Was tun, wenn beim Fliegen das Gepäck verloren geht?

Es ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch richtig teuer werden, wenn das Gepäckstück abhanden gekommen ist. (Bild: ddp)

Weltweit gingen im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Gepäckstücke verloren! Das Verbrauchermagazin „Wiso“ erklärt, was Sie in einem solchen Fall tun sollten und wie Sie gegebenenfalls Schadensersatz bekommen.

Geplant war eine Rundreise durch Florida mit dem Auto, zwei Wochen lang wollten Claudia und Jochen Hübner Strand, Sonne und Meer genießen. Stattdessen machte sich bei dem Ehepaar Urlaubsfrust breit, denn als sie in Miami zum Kofferband kamen, war ihr Gepäck nicht dabei. An ihrem Beispiel hat das Verbrauchermagazin “Wiso” gezeigt, was Sie tun sollten, wenn ihr Gepäck nicht auf dem Förderband erscheint.

Erste Schritte nach dem Verlust

Melden Sie den Verlust am Lost & Found-Schalter. Halten Sie dafür ihre Boardingkarte und ihr Ticket mit der aufgeklebten Registrierungsnummer der Gepäckstücke bereit, füllen Sie eine Verlustmeldung aus und heben Sie diese auf jeden Fall auf. Zudem muss die Verspätung des Gepäcks der Fluggesellschaft zügig mitgeteilt werden, am besten per Einschreiben oder Fax.

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Taucht das Gepäck wieder auf, müssen Sie Ihre Schadensersatzforderung innerhalb von 21 Tagen nach dem Erhalt des Gepäcks geltend machen. Bleibt das Gepäck verschwunden, verlängert sich die Frist auf zwei Jahre.

Das erstatten die Airlines

Viele Airlines erstatten angemessene Ausgaben für den Kauf neuer Kleidung und Toilettenartikel, entweder per Tagespauschale oder anteilig vom Kaufpreis. Dafür müssen Sie die Kaufbelege der neu erworbenen Stücke sammeln und aufbewahren. Zudem müssen Sie der Airline mitteilen, an welche Adresse das Gepäck geliefert werden soll, falls es wieder auftaucht. Hierfür muss die Airline die Kosten tragen.

Nachdem die Airline Claudia Hübner und ihrem Mann zunächst nicht sagen konnte, wo ihr Gepäck ist oder wann sie es wieder bekommen, kauften sie an ihrem zweiten Tag in Florida ein. Claudia Hübner: “Das war ja die Zeit, die wir am Strand und mit Ausflügen verbringen wollten. Das hat absolut keinen Spaß gemacht. Man wusste ja, was man in seinem Gepäck alles drin hatte. Nämlich genau die Dinge, in denen man sich wohl fühlt.” 620 Euro haben Sie für einen Arztbesuch, dringend benötigte Medikamente, Kosmetikartikel und Ersatzkleidung bezahlt.

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Die geplante Rundreise durch Florida haben sie abgesagt, stattdessen fuhren sie zu Jochen Hübners in den Staaten lebende Schwester. Hübner: „Nach drei Tagen mussten wir das Hotel räumen und haben dann alles abgebrochen. Wir mussten ja eine neue Adresse hinterlegen.“

So machen Sie Schadensersatz geltend

Ist das Gepäck endgültig weg, haben Sie Anspruch auf Schadensersatz: Dazu müssen Sie der Airline aber nachweisen, welche Gegenstände im Gepäck waren. Als Nachweis gelten Kaufbelege, Fotos oder Zeugen. Zudem erstatten Airlines nicht den Neupreis, sondern nur den Zeitwert. Genau das also, was die Gegenstände zum Zeitpunkt des Verlusts tatsächlich noch wert waren. Mehr als 1400 Euro müssen Airlines nie bezahlen. Pro Passagier, nicht pro Gepäckstück, wohl gemerkt. Die Hübners haben ihr Gepäck übrigens nach fünf Tagen wieder bekommen. Weil die Fluggesellschaft ihnen ihre Ausgaben aber nur zur Hälfte erstatten will, erwägen sie jetzt, vor Gericht zu ziehen.

Extra-Tipp der “Wiso”-Redaktion: Wertgegenstände wie Schmuck gehören nicht in Koffer oder Reisetasche, da sie in der Regel nicht ersetzt werden!

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