Was tun, wenn ein ETF aufgelöst beziehungsweise geschlossen wird?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

ETFs eigenen sich vorzüglich für einen langfristig orientierten Vermögensaufbau. Dabei verbriefen kostengünstige Passiv- und Indexfonds im Speziellen einen attraktiven Chance-Risiko-Mix, der mit vielen Vorteilen wie einem günstigen Preis, Automatismen und Diversifikation verbunden ist. So weit zu den bekannten Basics.

Allerdings gibt es ein Szenario, bei dem man leider gezwungen ist, nicht mehr langfristig orientiert zu investieren: Nämlich dann, wenn ein ETF geschlossen oder aufgelöst wird.

Wie reagiert man als Foolisher Investor in einem solchen Szenario richtig? Das soll uns im Folgenden etwas näher beschäftigen. Es gibt für vieles Optionen. Allerdings leider nicht für alles.

ETF geschlossen: Die einfache Variante

Grundsätzlich können wir dabei zwei Varianten unterscheiden. Zum einen eine einfachere Variante, um die es im Folgenden gehen sollte und die häufig eher die meisten Investoren tangieren dürfte. Sowie eine etwas kompliziertere. Aber dazu gleich etwas mehr.

Die einfachere Variante, wenn ein ETF geschlossen wird, betrifft dabei einen Indexfonds. Wenn man als Investor die Nachricht erhält, dass ein solcher aufgelöst oder geschlossen wird, besitzt man als Investor glücklicherweise einige Möglichkeiten. Insbesondere, da die gängigsten Indizes auch bei anderen Anbietern ein ähnliches Äquivalent besitzen.

Das heißt: Wenn der eine ETF geschlossen wird, kann man eigentlich relativ einfach umswitchen. Die Mittel werden dir dann schließlich ausgezahlt und du kannst sie direkt in einen ähnlichen, womöglich sogar fast identischen Passivfonds eines anderen Anbieters investieren. Wenn das bestenfalls zeitlich ohne Verzögerung passiert, wirst du kaum eine Performance verpassen.

Trotzdem kann auch das ungemütlich sein. Sparpläne könnten möglicherweise nicht mehr funktionieren. Womöglich nicht mehr kostenlos. Daher gilt es, sich im Fall der Fälle trotzdem etwas Zeit zu nehmen, um nach einer Alternative zu suchen, die deinen bisherigen Bedürfnissen ideal entspricht. Keine Frage: Ein solches Szenario ist immer mit etwas Aufwand und Stress verbunden.

ETF geschlossen: Etwas komplizierter

Es gibt jedoch auch eine Variante, die etwas komplizierter ist. Das betrifft insbesondere Abweichungen von der Norm und spezielle ETFs. So wie Themen-Passivfonds oder exotischere Indizes. Häufig werden diese Varianten geschlossen, weil sie nicht lukrativ für den Vermögensverwalter gewesen sind.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Es wird womöglich kein Äquivalent geben, auf das du setzen kannst. In diesem Fall wirst du daher etwas kreativer werden müssen, wie du diese Lücke stopfen kannst. Es könnte ähnliche Themen geben. Oder andere Regionen, die einen ähnlichen Ansatz bieten. Oder Märkte oder spezielle Segmente, die zumindest eine näherungsweise große Chance implizieren.

Hier heißt es jedoch: Augen auf! Gerade im spezielleren ETF-Markt gibt es schließlich viele Faktoren zu berücksichtigen. Wie beispielsweise die Diversifikation oder auch die Gebühren. Oder womöglich auch das Fondsvolumen. Schließlich willst du nicht, dass in ein paar Monaten erneut der jeweilige Passivfonds geschlossen wird und du ein weiteres Mal vor der Frage stehst: Worin soll ich jetzt bloß investieren?

Eine aufwendige Angelegenheit …

Keine Frage: Wenn ein ETF geschlossen und aufgelöst wird, so ist das immer komplizierter. Bei gängigen, kostengünstigen Indexfonds wird man es jedoch einfacher haben, eine Alternative zu finden. Speziellere ETFs besitzen hingegen nicht so häufig gleichrangige Alternativen.

Die beste Lösung ist daher, sich direkt bei der Investition vorzubereiten. Wer auf Gebühren und Fondsvolumen achtet, der wird ein solches Szenario womöglich umgehen können. Das ist vielleicht das Beste, das man dabei tun kann.

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