TUI-Aktie: Weitere Bad-News, doch ist das vielleicht eingepreist …?!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Die Aktie von TUI (WKN: TUAG00) leidet weiterhin unter der Epidemie-Lage. Das Reisegeschäft kommt immer weiter zum Erliegen. Für die letzten Herbst- und auch die Wintermonate scheint der Ausblick düster. Das ist jedoch nicht nur saisonal bedingt, sondern liegt vor allem an COVID-19.

Das Überleben von TUI scheint weiterhin gesichert. Immerhin hat sich das Reiseunternehmen einen milliardenschweren Kredit gesichert, mit dem auf die Ausnahmesituation reagiert werden kann. Trotzdem bleibt ein Wettlauf mit der Zeit unverkennbar bestehen.

Dabei verdunkelt sich der Ausblick jetzt weiterhin. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Foolishe Investoren wissen sollten. Sowie auch ob nicht allmählich alle Bad-News eingepreist sein könnten.

TUI: Bad-News für weitere Regionen

Wie viele Investoren jetzt vermutlich wissen, leidet TUI darunter, dass viele Regionen faktisch unerreichbar sind. Zunächst sind es zum beginnenden Herbst beliebte Urlaubsziele zum Sonne-Tanken wie Tunesien, Ägypten oder auch Malaysia gewesen. Inzwischen kommen jedoch auch weitere, nähere Ziele dazu, die die Aussichten im Gesamtmarkt weiter eintrüben.

Zum Anfang dieser Woche sind es jetzt beispielsweise Kroatien, Bulgarien, Ungarn und Slowenien gewesen, die nun vollständig zu Risikogebieten erklärt worden sind. Zuvor sind es lediglich einzelne Regionen gewesen, die damit faktisch vom Reisen weiter ausgegrenzt worden sind.

Allerdings ist das nicht alles: Weitere Einschränkungen gibt es zudem auch in den näheren Urlaubszielen Griechenland, Österreich, Zypern, Italien, Dänemark, Litauen, Portugal und Schweden, womit Europa immer mehr zu einem Flickenteppich mit sehr, sehr wenigen Lücken wird, die jetzt faktisch noch bereisbar sind. Beziehungsweise auch stets mit dem Risiko verbunden erscheinen, dass künftige Anpassungen den Status weiterer Regionen verändern.

Reisen wird selbst innerhalb Europas und in Nachbarstaaten immer schwieriger. Und auch der Reiseverkehr innerhalb Deutschlands wird aufgrund einzelner Restriktionen von Bundesländern konsequent weniger. Ja, es ist wahrlich nicht die Zeit für Reisedienstleister und -unternehmen. Ein Turnaround ist in weiter Ferne.

Ist das nicht inzwischen eingepreist …?

So mancher Investor wird sich jetzt möglicherweise fragen, ob dieser bemerkenswerte Negativ-Newsflow nicht inzwischen eingepreist sein dürfte. Die Aktie von TUI notiert schließlich weiterhin auf einem Kurslevel von 3,33 Euro, was rund 70 % unter dem Kursniveau vom Februar dieses Jahres liegt. Ein Discount? Ja, aber einer, der mit Vorsicht zu genießen ist.

TUI verbrennt in diesen Tagen weiterhin Geld und ein operativer Turnaround ist nicht in Sicht. Zudem gibt es auf eine sehr wesentliche Frage noch keine Antwort. Nämlich: Wann wird COVID-19 vorbei sein und sich der Markt normalisieren können. Zum nächsten Frühjahr? Zum nächsten Sommer? Im nächsten Herbst oder erst im Frühjahr 2022? Je nachdem, wie man diese Frage beantwortet und welche Faktoren man berücksichtigt, könnte günstig jetzt noch nicht preiswert genug sein. In Anbetracht der Verluste pro Quartal befindet sich TUI, wie gesagt, in einem Wettlauf mit der Zeit.

Foolishe Investoren vergessen außerdem nicht, dass die Rückzahlung der Liquiditätskredite Zeit und Rendite kosten wird. Zudem dürften Verwässerungen die Aktie weiter belasten. Für mich kein Gesamtmix, der Aussicht auf Rendite verspricht. Deswegen bleibe ich der zugegebenermaßen günstigen Aktie weiter fern.

TUI-Aktie: Bessere Alternativen!

Investoren, die an TUI interessiert sind, sollten sich daher vielleicht eine Frage stellen: Will ich wirklich auf diese günstige, jedoch mit massiven Problemen verknüpfte Aktie setzen? Oder sollte ich nicht vielleicht lieber unternehmensorientiert nach einer spannenderen, stärkeren Gelegenheit suchen? Bessere, weniger kriselnde Alternativen sind jedenfalls vorhanden.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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