Tuchels Bollwerk: Darum kassiert Chelsea so wenig Tore

Felix Kunkel
·Lesedauer: 3 Min.
Tuchels Bollwerk: Darum kassiert Chelsea so wenig Tore
Tuchels Bollwerk: Darum kassiert Chelsea so wenig Tore

Seit der Ankunft von Trainer Thomas Tuchel hat der FC Chelsea wieder zurück in die Spur gefunden. (Service: Tabelle der Premier League)

Die Blues stehen derzeit unter den vier besten Vereinen in der Premier League, spielen im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid (Champions League: Real Madrid - FC Chelsea, 21 Uhr im LIVETICKER) – und haben obendrein die Chance, den FA Cup zu gewinnen. Mitte Mai steigt das Finale gegen Leicester City um die begehrte Trophäe im Wembley Stadium.

Zudem blühen unter dem deutschen Trainer Talente wie Mason Mount wieder auf, einst aussortierte Spieler wie der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger sind gesetzt und schwärmen von Tuchel.

Allen voran die starke Defensive ist das Prunkstück der Londoner. Ganze sechszehnmal blieb Chelsea unter Tuchel ohne Gegentreffer – und das in 21 Pflichtspielen!

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Was unter Tuchel besser ist als bei Lampard

Mit Trainer-Vorgänger Frank Lampard sah das noch anders aus: In 29 Partien behielt Chelsea nur dreizehnmal eine weiße Weste. Die Gründe liegen auf der Hand - denn die England-Legende ließ mit einem 4-3-3 stets totalen Offensiv-Fußball spielen.

Das zeigen auch die insgesamt 32 Gegentore unter der Führung von Lampard in den angesprochenen Spielen. Den Durchschnitt von 1,10 Gegentreffern pro Begegnung kann Tuchel deutlich unterbieten (0,43). Der ehemalige BVB-Trainer musste mit seiner Mannschaft erst neun Tore hinnehmen.

Der taktische Kniff, auf ein 3-4-2-1 umzustellen, hat sich für Tuchel und Chelsea bezahlt gemacht. Das Team besitzt aktuell eine der besten Abwehrreihen Europas.

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Taktische Umstellungen unter Tuchel

Kapitän Cesar Azpilicueta beorderte Tuchel von der rechten Außenverteidigerposition wieder in die Innenverteidigung. Auf den restlichen beiden zentralen Abwehrposten entscheidet Tuchel meist zwischen Antonio Rüdiger, Kurt Zouma und Andreas Christensen. Diese scheinen sich dort deutlich wohler zu fühlen als in der klassischen Viererkette.

Auch die Vorderleute wissen um ihre Aufgaben in der Defensive. Mittelfeldspieler N'Golo Kante beispielsweise spielt wieder eine mehr zurückgezogene Rolle und greift, im Vergleich zu vorher, weniger in das Offensivspiel ein. Auf der Doppelsechs läiuft der Franzose wieder zur Höchstform auf.

Hinzu kommt, dass Tuchel seine Angreifer für bestimmte Aufgaben in der Defensive sensibilisiert. So müssen auch Timo Werner, Mount oder Christian Pulisic ihren Teil zu einem soliden Abwehrverhalten beitragen.

Chelsea mit langer Serie ohne Gegentor

Zwischenzeitlich mussten die Chelsea-Torhüter fast einen Monat lang nicht hinter sich greifen. Vom 23. Februar (1:0-Sieg gegen Atlético, CL-Achtelfinale) bis zum 21. März (2:0-Sieg gegen Sheffield, FA-Cup-Viertelfinale) stellte der Klub eine makellose Bilanz ohne Gegentreffer auf. (Service: Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

Dafür wurde diese Serie von sieben Partien umso fulminanter gestoppt. Bei der 2:5-Niederlage gegen West Brom kassierten die Blues fünf der insgesamt neun Gegentore unter Tuchel in einem einzigen Spiel.

Dass in der nächsten Partie im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid ein ähnliches Ergebnis auf der Anzeigetafel steht, ist eher unwahrscheinlich. Die Königlichen sind zurzeit nicht gerade als torgefährlich bekannt. In den letzten zwei Wochen blieben sie insgesamt dreimal ohne eigenes Tor in einem Spiel.

Ausgerechnet jetzt wartet auf das Team von Trainer Zinedine Zidane Tuchels gefürchtetes Abwehrbollwerk.