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TSMC erwägt milliardenschwere neue Chipfabrik in Sachsen: Kreise

(Bloomberg) -- Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. verhandelt informierten Kreisen zufolge mit Partnern über den Bau einer Chipfabrik in Sachsen, die bis zu 10 Milliarden Euro kosten könnte.

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Ziel der Gespräche sei dem Vernehmen ein Gemeinschaftsunternehmen des taiwanesischen Chipherstellers mit der niederländischen NXP Semiconductors NV sowie den deutschen Partnern Robert Bosch GmbH und Infineon Technologies AG.

Das Projekt soll staatliche Subventionen erhalten und über ein Budget von mindestens 7 Milliarden Euro haben, wobei die Gesamtinvestition eher bei 10 Milliarden Euro liegen wird, berichten Personen, die mit der Sache vertraut sind aber nicht namentlich genannt werden wollten. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, und die Pläne könnten sich noch ändern, hieß es.

TSMC prüfe noch die Möglichkeit, ein Werk in Europa zu bauen, sagte Sprecherin Nina Kao, ohne weitere Details zu nennen. Sprecher von NXP, Bosch, Infineon und des deutschen Wirtschaftsministeriums lehnten eine Stellungnahme zu dem Projekt ab.

TSMC hat in der Vergangenheit schon öfter angekündigt, den Bau eines deutschen Werks zu prüfen, etwa mit Fokus auf Chips für die Autoindustrie.

Ähnliche Projekte in Deutschland wurden in der Vergangenheit zu 40% durch Subventionen finanziert. Die Europäische Union will den Anteil an der globalen Halbleiterproduktion bis 2030 verdoppeln, nachdem die EU schlechte Erfahrungen gemacht hat, als in der Corona-Pandemie die globalen Lieferketten abbrachen, und nun mit Sorge beobachtet, wie die Spannungen zwischen den USA und China eskalieren.

Um die heimische Chiproduktion anzukurbeln, verabschiedete die EU im April ihr Chipgesetz. Es soll mehr als 43 Milliarden Euro an privaten und staatlichen Investitionen mobilisieren.

Staatliche Beihilfen müssen in der EU von der Europäischen Kommission genehmigt werden. Dem Vernehmen nach laufen dazu bereits Gespräche des Konsortiums mit Offiziellen. In Japan, wo TSMC zusammen mit Partnern 8,6 Milliarden Dollar für den Bau eines Werks ausgibt, wird das Unternehmen etwa die Hälfte der Mittel von der Regierung erhalten.

Die Anlage, für die TSMC bereits im August grünes Licht geben könnte, würde sich auf die Herstellung von 28-Nanometer-Chips konzentrieren, so einige der Personen. Sollte sie gebaut werden, wäre es die erste Produktionsstätte des Unternehmens in der EU.

TSMC ist das größte taiwanesische Unternehmen und der wichtigste Chiphersteller des IPhone-Herstellers Apple. Es stellt den Großteil seiner Halbleiter in Taiwan her, hat aber damit begonnen, mehr Kapazitäten in den USA und Japan aufzubauen.

Überschrift des Artikels im Original:TSMC Plans for First German Chip Fab With Cost Up to €10 Billion

--Mit Hilfe von Aggi Cantrill und Debby Wu.

©2023 Bloomberg L.P.