Tsipras fordert von Türkei Freilassung zweier Soldaten als "Geste guten Willens"

Griechenlands Regierungschef Tsipras hat die türkische Regierung zur Freilassung zweier griechischer Soldaten aufgefordert. Die Türkei solle Verbalattacken auf Griechenland unterlassen und schnellstmöglich eine "Geste des guten Willens" zeigen

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat die türkische Regierung zur Freilassung zweier der Spionage verdächtigten Soldaten seines Landes aufgefordert. "In der Vergangenheit haben wir türkische Soldaten zurückgegeben, die auf Patrouille wenige Meter griechisches Territorium betreten haben. Ich erwarte, dass der türkische Präsident das Gleiche tut", sagte Tsipras am Dienstag bei einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung in Athen.

Die Türkei solle Verbalattacken auf Griechenland unterlassen und schnellstmöglich eine "Geste des guten Willens" zeigen, forderte Tsipras. Die zwei inhaftierten griechischen Grenzsoldaten hatten Anfang März während einer Patrouille an der türkisch-griechischen Grenze türkisches Gebiet betreten und waren wegen Verletzung einer Sperrzone inhaftiert worden. Sie geben an, bei Schnee und Nebel versehentlich auf türkisches Territorium geraten zu sein.

Dagegen wirft ihnen die türkische Justiz "versuchte Militärspionage" vor. Eine Freilassung hatte ein türkisches Gericht Ende März wegen Fluchtgefahr abgelehnt. Tsipras forderte die türkische Justiz auf, das Verfahren zu beschleunigen. Der Fall belastet zusätzlich die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Ankara und Athen, die zugleich Nato-Partner sind.