Tschechischer Atlas verzeichnet Krim als russisch - Regierung distanziert sich

Nach diplomatischen Protesten aus der Ukraine hat sich das tschechische Bildungsministerium von einem Schulatlas distanziert, der die Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium verzeichnet. Die im vergangenen Jahr erfolgte Billigung des Atlas für den Schulgebrauch werde nach einer neuerlichen Überprüfung zurückgezogen, teilte das Ministerium am Donnerstag in Prag mit.

Russland hatte die zur Ukraine gehörende Halbinsel 2014 besetzt und nach einem Referendum dem eigenen Staatsgebiet angeschlossen. International anerkannt ist dies aber nicht, auch die tschechische Regierung betrachtet die Krim offiziell weiterhin als ukrainisch.

Gegen die Darstellung in dem Atlas des Verlags Kartografia Praha hatten die Botschafter der Ukraine und Georgiens protestiert. Entgegen der völkerrechtlich anerkannten Lage hatte dieser Atlas auch den damaligen Herrschaftsbereich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) als gesondertes Territorium ausgewiesen.

Tschechiens Präsident, der in der vergangenen Woche im Amt bestätigte Milos Zeman, macht keinen Hehl aus seiner pro-russischen Einstellung. Die russische Annexion der Krim bezeichnete er als "unrechtmäßig" - Zeman vertritt aber auch die Auffassung, dass die Halbinsel "ohne Zweifel russisch" sei.