In tschechischen Grenzregionen werden Corona-Intensivbetten knapp

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PRAG (dpa-AFX) - In den tschechischen Grenzregionen zu Deutschland bleibt die Lage in den Krankenhäusern äußerst angespannt. In der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary) war am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur noch ein einziges Bett für Covid-19-Intensivpatienten frei. In der Region um Liberec (Reichenberg) an der Grenze zu Sachsen waren noch zwei Betten verfügbar. Schwierig ist auch die Lage im Krankenhaus der Grenzstadt Cheb (Eger). Nachdem dort ein Arzt Alarm geschlagen hatte, wurde ein Teil der Patienten in andere Einrichtungen verlegt.

Innenminister Jan Hamacek hält Behandlungen im Ausland jedoch derzeit nicht für erforderlich. Zu Hilfsangeboten aus Deutschland sagte der Sozialdemokrat, es sei einfacher, Patienten innerhalb Tschechiens zu verlegen. In anderen Regionen gebe es noch Kapazitäten. Für das gesamte Land verzeichneten die Behörden am Mittwoch 10 725 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn starben 13 656 Infizierte. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Derweil rief der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, die Bundesregierung auf, tschechischen Corona-Kranken mit der Unterbringung in deutschen Krankenhäusern zu helfen. Die Lage sei insbesondere in den Grenzgebieten dramatisch. Die Sudetendeutschen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben.