Tschechien reißt Schweinemast in früherem NS-Lager für Roma ab

Tschechien beseitigt ein rassistisches Symbol und reißt den stillgelegten Schweinemastbetrieb auf dem früheren NS-Lagergelände Lety ab.

Lety war ein Zwangsarbeitslager für die Roma-Minderheit. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort rund 1.300 Roma inhaftiert. Kulturminister Martin Baxa übergab das Areal 70 km südöstlich von Prag jetzt öffentlich einem Abbruchunternehmen.

Auf der Veranstaltung begannen Menschen mit Spitzhacken symbolisch mit dem Abriss. "Nach fast 30 Jahren der Bemühungen wird heute mit der Zerstörung eines schändlichen Symbols der Verachtung für die Opfer der rassischen Verfolgung begonnen. Gleichzeitig beginnt mit diesem Schritt der Bau einer wirklich würdigen Gedenkstätte für die Roma-Opfer des Holocaust", so Baxa in seiner Rede.

Geplant ist ein neues Mahnmal, das an den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Sinti und Roma erinnern soll, außerdem soll ein Informationszentrum für Besucher entstehen.

Die 1995 errichtete Gedenkstätte in der Nähe des Notfriedhofs der Opfer besteht derzeit aus einem Amphitheater, einer Nachbildung der Häftlingsunterkünfte, einem Parkplatz und einem Lehrpfad.

Auf den Abriss der Schweinemast hat man sich erst nach jahrzehntelangen Kontroversen geeinigt. Von den 1970er Jahren bis zum Frühjahr 2018 war die Schweinefarm noch in Betrieb, rund 13.000 Tiere wurden dort gehalten.

Mehr als 300 Roma starben im Arbeitslager Lety, darunter viele Kinder. Hunderte weitere wurden ins deutsche Vernichtungslager Auschwitz im besetzten Polen deportiert.

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