Tschechien liefert russischen Hacker wegen Cyberangriffen an die USA aus

Tschechien hat einen russischen Hacker an die USA ausgeliefert, der hinter Angriffen auf US-Ziele während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 stehen soll. Jewgeni Nikulin sei in der Nacht zum Freitag ausgeliefert worden, bestätigte eine Sprecherin des tschechischen Justizministeriums am Freitag entsprechende tschechische Medienberichte. Laut der Website flightaware.com verließ eine Maschine des US-Justizministeriums Prag kurz nach Mitternacht und landete neun Stunden später in Manassas nahe Washington.

Nikulin war im Oktober 2016 von der tschechischen Polizei in Zusammenarbeit mit der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden. Nach Angaben seines Anwalts wurde er zwei Mal von FBI-Ermittlern zu Hackerangriffen auf die Demokratische Partei unter Hillary Clinton während des US-Wahlkampfs verhört. US-Ermittler werfen Moskau vor, versucht zu haben, die US-Wahl mit Hilfe von Hackerangriffen zugunsten von Clintons Rivalen Donald Trump zu beeinflussen.

Die Festnahme stellte Tschechien bald vor ein diplomatisches Problem, denn auch Russland stellte einen Haftbefehl aus und forderte Nikulins Auslieferung. Es warf dem Hacker Internetbetrug vor, zudem soll er demnach über das Bezahlsystem WebMoney Geld gestohlen haben. In Prager Gericht entschied daraufhin im vergangenen Mai, dass der Hacker an beide Staaten ausgeliefert werden könnte und die entgültige Entscheidung Justizminister Robert Pelikan treffen müsste.