Tschechien: Euro darf nicht alleinige Eintrittskarte zum Kerneuropa: sein

dpa-AFX

PRAG (dpa-AFX) - In der Debatte um ein Kerneuropa hat Tschechien eine Übergewichtung der Eurogruppe kritisiert. "Wir sind überzeugt, dass die Mitgliedschaft in der Eurozone nicht die einzige Eintrittskarte zum Kern der EU sein darf", sagte Europa-Staatssekretär Ales Chmelar am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Als Kerngebiet der künftigen EU-Integration sehe Tschechien hingegen die Stärkung der gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Erst dabei zeige sich, wie ernst es den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten mit der Vertiefung der Zusammenarbeit sei, betonte der Sozialdemokrat. Im Februar hatte die tschechische Armee eine engere Kooperation ihrer 4. Schnellen Eingreifbrigade mit der Bundeswehr vereinbart.

Tschechien hat mit der Krone eine eigene Währung. In letzter Zeit fordert Ministerpräsident Bohuslav Sobotka, sein Land solle bei den Treffen der Euro-Finanzminister einen Beobachterstatus erhalten. Nach Darstellung Chmelars bedeutet dies keine endgültige Abkehr vom Euro. Er stellte klar: "Wir zahlen zwar nicht mit der Gemeinschaftswährung, aber es bleibt unsere Verpflichtung, den Euro einzuführen."

Für die Mitte-Links-Regierung in Prag sei es wichtig, das Geschehen in der Eurozone verfolgen zu können, damit keine Gräben zwischen den Euro- und den Nicht-Euro-Ländern entstünden. Neben Tschechien gehören auch Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Ungarn, Schweden, Dänemark und Großbritannien nicht zum Euro-Währungsgebiet.