"Trumps Verhältnis zu Angela Merkel hat sich gebessert": FDP-Vize Kubicki bei "Markus Lanz"

Zu Gast bei Markus Lanz (v. l.): Wolfgang Kubicki, Bruno Jonas, Divya Kalia und Robin Alexander. (Bild: Screenshot ZDF)

Die Mittwochssendung von „Markus Lanz“ stand ganz im Zeichen von US-Präsident Donald Trump. Neben Kritik gab es auch verhaltenes Lob für den umstrittenen Republikaner.

Während das erste Zusammentreffen von Kanzlerin Merkel und dem US-Präsidenten Trump letztes Jahr noch merkbar unterkühlt war – man denke nur an den verweigerten Handschlag beim Fototermin –, verlief das zweite Treffen vergangene Woche in Washington angeblich etwas runder. Nichtsdestotrotz sehen viele in Trumps Verhalten gegenüber Merkel einen Affront. Denn während er zuvor den französischen Staatschef Macron mit zeremoniellem Rahmenprogramm nahezu hofiert hatte, blieb es beim Treffen mit Merkel bei einem Arbeitsessen und einem Vieraugengespräch. Zwar sei ein Besuch eines Staatsoberhauptes protokollarisch etwas anderes als eines mit einer Kanzlerin, jedoch seien sich die USA durchaus bewusst, dass diese Bilder unterschiedlich ankommen, attestierte der Journalist Robin Alexander in der TV-Talkrunde.

Dies habe durchaus nachvollziehbare Gründe, so Alexander: „Macron hat von Anfang an auf eine andere Kommunikationsform gesetzt. Er hat ja eine Parade für Trump in Frankreich gemacht, er hat nie schlecht über ihn gesprochen. Angela Merkel hat schon, als sie ihm damals gratuliert hat, sofort gesagt: ‚Aber hier sind unsere Werte’.“

Auffällig sei gewesen, dass die Kanzlerin Trump in manchen Sachen vorsichtig hofiert hätte: „Wenn man die Pressekonferenz genau angehört hat, dann merkt man, sie dreht ein bisschen ein. Die Pressekonferenz enthielt so Sätze wie ‚Die Stärke Trumps gegenüber Nordkorea’, ‚Die Welthandelsorganisation hat ja gar nicht so gut funktioniert’, das Wort ‚bilateral’ fiel. Alles Worte, die Trump zu Hause gut gebrauchen kann, kamen aus dem Mund von Angela Merkel. Sie versucht schon, da wieder ein bisschen näher ranzurücken […]“

FDP-Vize Wolfgang Kubicki sieht eine Verbesserung im deutsch-amerikanischen Verhältnis. (Bild: Screenshot ZDF)

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hingegen sieht die Unterschiede in den Empfängen als durchaus nachvollziehbar an und bemerkt auch eine Verbesserung im Verhältnis des US-Präsidenten und der Bundeskanzlerin: „Man muss sehen, die Kanzlerin ist etwas anderes als der Staatspräsident von Frankreich. Frankreich hatte sich an dem Militärschlag in Syrien beteiligt, sind eine Atommacht, sind ständiges Mitglied im Sicherheitsrat. Das ist schon eine andere Liga aus der Sicht von Trump. Trump ist jemand, der auf Macht und Machtspiele steht. Er weiß aber auch, die stärkste Wirtschaftsnation in Europa ist Deutschland […] Man kann schon sehen, auch Trumps Verhältnis zu Angela Merkel hat sich gebessert. Er sieht in ihr jetzt mehr die Bundeskanzlerin und weniger die Frau, er hat ja ein spezielles Verhältnis zu Frauen.“

Ein weiterer Grund für das getrübte Verhältnis sei auch Merkels gutes Verhältnis zu Barack Obama gewesen, so Alexander: „Angela Merkel war am Ende eine enge Verbündete von Barack Obama. Er hat gesagt, Merkel wäre so eine wichtige Verbündete. Er hat am Ende den Eindruck erweckt, er gibt jetzt die Fackel der Freiheit an Angela Merkel. Angela Merkel hat auch bei den Amerikanern den Eindruck erweckt, sie wäre dicke mit Hillary Clinton. Obama und Clinton sind Leute, die Trump überhaupt nicht mag […] Da kommt eher das Problem her […]“

Für US-Präsident Trump gab es auch, wenngleich vorsichtiges, Lob. Dieser habe schließlich mit seiner für Europäer in seiner Tonart nicht immer nachvollziehbaren Nordkorea-Politik möglicherweise einen Friedensprozess zwischen den verfeindeten koreanischen Ländern eingeleitet. „Wenn das so weiter geht, bekommt Trump in zwei Jahren den Nobelpreis“, urteilte Alexander – und legte nach: „Sicherlich hat Trump die Korea-Politik verändert, unter großer Kritik von uns allen hier, von der EU. Das läuft nicht in die falsche Richtung“.

Einen von Trump angestrebten Handelskrieg gegen Europa sieht wiederum Kubicki betont gelassen: „Das macht mir keine Sorgen, weil die Amerikaner wissen, dass sie einen Handelskrieg nicht gewinnen können. Sie können es versuchen. Aber wenn die Europäische Union, ein wesentlich größerer Wirtschaftsraum als Amerika, darauf angemessen und entsprechend reagiert, wenn es möglicherweise sogar zu einer Kooperation zwischen der Europäische Union und China kommt, dann Gnade Donald Trump Gott.“