Trumps Team soll Russland-Kontakte gesteuert haben

Donald Trumps früherer Sicherheitsberater Michael Flynn hat sich schuldig bekannt und schwere Vorwürfe gegen engste Mitarbeiter des Präsidenten erhoben.


Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Michael Flynn, hat in der Russland-Affäre engste Mitarbeiter des Präsidenten belastet. Seine Kontakte nach Moskau seien von Trumps Übergangsteam gesteuert worden, das vor dem Amtsantritt dessen Präsidentschaft vorbereitete, erklärte Flynn.

Flynn bekennt sich schuldig

Donald Trumps früherer Sicherheitsberater Michael Flynn hat sich schuldig bekannt, das FBI im Zuge der Russland-Affäre belogen zu haben. Flynn sagte am Freitag vor einem Bundesgericht in Washington aus. Laut Anklage von FBI-Sonderermittler Robert Mueller hatte er Falschaussagen über Konversationen mit dem damaligen und inzwischen abgelösten russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, gemacht.

Das Weiße Haus hat die Falschaussagen des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn als dessen persönliche Fehlleistung dargestellt. „Nichts in dem Geständnis oder in der Anklage betrifft irgendjemand anderen als Herrn Flynn“, heißt es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses vom Freitag. Es seien dieselben Aussagen Flynns, die zu dessen Rücktritt im Februar dieses Jahres geführt hätten. Kurz zuvor hatte sich Flynn vor einem Bundesgericht in Washington der Falschaussage gegenüber dem FBI schuldig bekannt.

Flynn war nach nur 24 Tagen im Amt von US-Präsident Trump als Nationaler Sicherheitsberater entlassen worden, weil er unter anderem auch Vizepräsident Mike Pence belogen hatte. Zuvor galt er als einer der glühendsten Trump-Unterstützer innerhalb des Wahlkampf- und Übergangsteams des jetzigen Präsidenten.


Die fraglichen Konversation zwischen Flynn und Kisljak hatte im Dezember 2016, also nach der Wahl Trumps, aber noch vor dessen Amtsübernahme stattgefunden. Flynn hatte das Treffen zunächst völlig verschwiegen. Amtierender Präsident zur fraglichen Zeit war Barack Obama. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass Kisljaks Konversationen routinemäßig abgehört wurden.

In der vergangenen Woche waren Berichte bekannt geworden, wonach Flynns Anwälte nicht mehr mit den Rechtsbeiständen von Präsident Donald Trump zusammenarbeiten. Dies wurde als Hinweis verstanden, dass eine Aussage Flynns bevorsteht und dieser möglicherweise mit den Behörden kooperiert.

Die Bundespolizei FBI wirft Flynn vor, wissentlich, absichtlich und mit Vertuschungsabsicht gehandelt zu haben. Er soll in einer Vernehmung durch das FBI am 29. Januar verneint haben, dass er im Gespräch mit dem russischen Botschafter darauf gedrungen habe, Russland solle moderat auf neue, von der Obama-Regierung verhängte US-Sanktionen reagieren. Dies wäre eine gesetzeswidrige Einmischung in die US-Außenpolitik.