Trumps Strafzoll-Ankündigung beflügelt US-Stahlaktien und lässt Dow Jones absacken


US-Präsident Donald Trump hat mit der Ankündigung von Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte die US-Börsen am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Er werde die heimische Stahl- und Aluminiumindustrie wieder aufbauen, sagte Trump nach einem Treffen mit Branchenmanagern in Washington.

Trumps Äußerungen schürten unter Anlegern die Angst vor weitreichenden Handelskonflikten. Peter Tuz von der Anlagegesellschaft Chase Investment Counsel bezeichnete die Pläne als „Paukenschlag“. Die Stahlpolitik ist elementarer Teil der „America first“-Politik der Trump-Regierung. Die Zölle sollen für eine lange Zeitspanne gelten, hieß es.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor nach Trumps Ankündigung zwischenzeitlich mehr als 500 Punkte und gab bis zum Handelsschluss 1,7 Prozent auf 24.608 Punkte nach. Der breiter gefasste S & P-500 sank 1,3 Prozent auf 2677 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,3 Prozent auf 7180 Punkte.


Handelsminister Wilbur Ross hatte dem Präsidenten zuvor einen Katalog mit drei Handlungsoptionen vorgelegt. Dieser sah vor, entweder Strafzölle für alle Länder einzuführen oder höhere Zölle für einige Länder. Dritte Option wäre der Verzicht auf Zölle, und stattdessen eine Quotenregelung gewesen. Ross war in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass das Thema Fragen der nationalen Sicherheit berühre.

Zu den wenigen Gewinnern zählten am Donnerstag Stahlaktien: United States Steel Corporation legte zwischenzeitlich fast zehn Prozent zu und gingen mit einem Plus von knapp 5,7 Prozent aus dem Handel. Century Aluminium und AK Steel legten 7,5 beziehungsweise knapp zehn Prozent zu. Steel Dynamics gewnn knapp vier Prozent.

Bei den Einzelwerten stand Salesforce im Rampenlicht. Der SAP-Rivale kehrte dank eines florierenden Cloud-Geschäfts im abgelaufenen Quartal in die schwarzen Zahlen zurück und übertraf die Markterwartungen. Die Analysten des Vermögensverwalters Cowen & Co. lobten zudem den Anstieg der Auftragseingänge. Die Aktien des Anbieters von Software zum Kundenmanagement stiegen daraufhin um 5,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 122,20 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,04 Milliarden Aktien den Besitzer. 1169 Werte legten zu, 1721 gaben nach und 174 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,46 Milliarden Aktien 1215 im Plus, 1725 im Minus und 218 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 15/32 auf 99-15/32. Die Rendite sank auf 2,8114 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 23/32 auf 98-8/32 und rentierte mit 3,0891 Prozent.