Trumps Stabschef: John Kelly rastete im Oval Office aus

Donald Trump und John Kelly haben eine durchwachsene Beziehung. (Bild: Getty Images)

Seit mehr als einem halben Jahr ist er der ranghöchste Mitarbeiter des US-Präsidenten. Doch nun ist John Kelly der Kragen geplatzt: In der Gegenwart von Donald Trump soll er einen Wutausbruch gehabt und mit Kündigung gedroht haben.

Wie die renommierte US-Tageszeitung „The Washington Post“ sowie die Nachrichtenseite „Axios“ berichten, soll es im Oval Office, dem Büro des Präsidenten im Weißen Haus, zu einem Vorfall gekommen sein. Stabschef John Kelly soll demnach am 28. März bei einem Meeting mit Donald Trump ausgerastet sein. Auf dem Weg zurück in sein eigenes Büro soll Kelly gemurmelt haben, er beabsichtige zu kündigen.

Ein namentlich nicht genannter Angestellter des Weißen Hauses soll laut „Axios“ gesagt haben, dass es sich dabei nicht um eine eigentliche Absichtsdrohung gehandelt habe. Kelly habe scheinbar nur seinem Ärger Luft gemacht. Kelly soll zudem gesagt haben, dass er gar nicht hier sein müsse, da er sich um den Job ursprünglich nicht beworben habe. Kelly hat den Posten des Stabschefs im Weißen Haus seit dem 31. Juli 2017 inne. Davor war er für ein halbes Jahr Minister für innere Sicherheit.

Sollen schon mehrmals aneinandergeraten sein: Donald Trump und John Kelly. (Bild: Getty Images)

„Axios“ behauptet zudem, Kelly habe nach dem Ausraster „persönliche Wertgegenstände“ in seinem Büro zusammengesucht, aber nicht, weil er tatsächlich vorhatte, seinen Job zu schmeißen. Kelly soll so aufgebracht gewesen sein, dass Mitarbeiter ihn beruhigt mussten. Die aktuelle Ministerin für innere Sicherheit, Kirstjen Nielsen, soll daraufhin das Gespräch mit Kelly gesucht haben.

Kelly, so berichtete in der Vergangenheit unter anderem die „New York Times“, ist mit vielen Entscheidungen seines Chefs nicht einverstanden. Unter anderem kritisiert Kelly das aggressive Vorgehen Trumps in außenpolitischen Fragen. In einem Meeting bezüglich des geplanten Mauerbaus zu Mexiko soll Kelly Trump als „nicht gut informiert“ bezeichnet haben.

Wie „Axios“ berichtet, soll Kelly in den vergangenen Monaten bereits mehrfach mit Kündigung gedroht haben. Es sei eine Strategie, die er fahre, um Mitarbeiter – und auch den Präsidenten – dazu zu bringen, ihm mehr Gehör zu schenken.

Donald Trump hat sich zu dem Bericht bereits auf seinem Twitter-Kanal geäußert. Die Nachrichten bezeichnete er als erfunden.


„Die Washington Post bringt mehr Fiktion als Fakten. Eine Geschichte nach der anderen ist frei erfunden – ähneln eher einem schlecht geschriebenen Roman als guter Berichterstattung. Zitieren nur Quellen (keine Namen), viele von denen existieren nicht. Geschichte über John Kelly ist nicht wahr, nur eine weitere Attacke.“

Kelly äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall, bezeichnete seinen aktuellen Posten aber einmal als „den härtesten Job, den ich je hatte“.