Trumps Rede zur Lage der Nation: So oft hat er gelogen

US-Präsident Trump sprach vor den Mitgliedern des US-Kongresses. (Bild: AP Photo)

Mit seiner ersten Rede zur Lage der Nation füllt Donald Trump aktuell die internationalen Schlagzeilen. Unzählige Medien lesen zwischen den Zeilen und analysieren den Vortrag. Und schon werden die ersten Ungereimtheiten herausgestellt.

Selbstsicher trat der US-Präsident vor die Mitglieder des US-Kongresses und sprach unter anderem über Steuern, Jobs, Terrorismus, Atomwaffen, Grenzen und Nationalstolz. Das Portal „Politifact“ überprüfte die Aussagen Trumps und stellte fest, dass er es mit der Wahrheit jedoch nicht immer so genau nahm – oder bestimmte Fakten einfach unerwähnt ließ.

Einer Aussage wurde dabei besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Trump erklärte, dass die Arbeitslosigkeit unter Hispano- und Afroamerikanern während seiner Präsidentschaft auf ein Rekordtief fiel. Das stimmt – allerdings sei das auf einen Trend zurückzuführen, der bereits unter Barack Obama begann. Während seiner Präsidentschaft wurde die Arbeitslosigkeit beider Bevölkerungsgruppen mehr als halbiert. Außerdem spielten in der Wirtschaft so viele Faktoren eine Rolle, dass es nahezu unmöglich sei, festzustellen, welchen Einfluss ein Präsident wirklich auf die Arbeitslosigkeit hat.

Der US-Präsident zeigte sich äußerst selbstsicher. (Bild: AP Photo)

Als er über die Greencard-Verlosung sprach, warf Trump dem System vor, es vergebe Greencards willkürlich und „ohne Rücksicht auf Fähigkeiten, Leistung oder die Sicherheit unserer Leute“. Tatsächlich müssen Bewerber jedoch diverse Voraussetzungen mitbringen, etwa bezüglich Bildung und Arbeitserfahrung. Potenzielle Immigranten müssen sich außerdem einer Sicherheitsprüfung des Staates unterziehen. Werden nicht alle nötigen Voraussetzungen erfüllt, wird kein Visum vergeben.

„Wir haben die größten Steuersenkungen und Reformen in der amerikanischen Geschichte verordnet“, ließ Trump die Kongressmitglieder wissen. Laut „Politifact“ bewahrheitet sich auch diese Aussage nicht – stattdessen befindet sich der aktuelle Steuerkurs nach Prozentzahlen des Bruttoinlandsprodukts auf Platz sieben.

Zudem behauptete der US-Präsident, dass die Löhne nach langer Stagnation endlich steigen würden. Das stimmt allerdings nur zum Teil. Während der ersten drei Quartale seiner Präsidentschaft stiegen sie zwar, fielen aber im vierten drastisch. Außerdem wurde hierbei missachtet, dass die Löhne schon während Barack Obamas Amtszeit einen Trend nach oben aufwiesen.

Auch beim Thema Terrorismus gab es Ungereimtheiten. Trump sagte: „In der Vergangenheit haben wir dummerweise mehrere hundert gefährliche Terroristen freigelassen, um sie dann bei Kämpfen wiederzusehen – ISIS-Führer al-Baghdadi, den wir gefangen genommen hatten, den wir dann freigelassen haben, mit einbegriffen.“ Wie das Politportal betont, wurden insgesamt 122 Männer aus Guantanamo freigelassen und nicht „mehrere hundert“. Außerdem ließen nicht die USA al-Baghadadi frei – er wurde den Irakern übergeben, die später wiederum für seine Entlassung verantwortlich waren.