Trumps Kampfansage an den Rest der Welt

Donald Trump hat zum Ende seines ersten Jahres doch noch geliefert: Eine drastische Senkung der Unternehmensteuern. Die USA könnten so einen globalen Steuerwettlauf provozieren. Auch Deutschland ist betroffen.

Lange wurde Donald Trump verspottet. Als jemand, der die Backen nur aufbläst und nicht liefert. Viele seiner Ankündigungen verpufften, doch nun kann der Mann im Weißen Haus einen Erfolg vermelden.

Und was für einen: Amerika senkt die Steuern für seine Wirtschaft um ein Drittel! Amerika sorgt per Steuerrecht dafür, dass ausländische Unternehmen in den USA mehr produzieren müssen! America first – Trump liefert mit der Reform, die gerade in Washington verabschiedet wird und setzt damit den Rest der Welt unter Druck.

Man mag über diese Reform lästern, dass davon etwa vor allem die Reichen in den USA noch reicher werden, dass die Armen weniger entlastet werden, dass die USA noch mehr Schulden machen werden. Das ist jedoch Sache der Amerikaner, und die Amerikaner haben nun mal Trump in einer demokratischen Wahl zu ihrem Präsidenten bestimmt.



Für uns ist es viel wichtiger, einzuschätzen, welche Folgen die US-Steuerreform für Deutschland haben wird und wie die nächste Bundesregierung darauf reagieren muss.

Tatsache ist, dass der große amerikanische Markt nun viel attraktiver für Investoren aus aller Welt wird und dass US-Konzerne wettbewerbsfähiger im Ausland auftreten. Das erhöht den Druck in den anderen Ländern, die eigenen Standortbedingungen ebenfalls zu verbessern.


Auch Deutschland muss sich Gedanken machen. Mindestens in den vergangenen vier Jahren der großen Koalition haben sich die Wettbewerbsbedingungen hierzulande verschlechtert. Es ging um Mindestlöhne, Entgeltgleichheit und Rente mit 63. Was aber haben Union und SPD für die Wirtschaft getan, was zur Ankurbelung von Innovationen und Investitionen und zur nachhaltigen Sicherung von Arbeitsplätzen?

Trumps Steuerreform ist ein Weckruf für unsere Politiker. Insbesondere für Christdemokraten, für CSUler und Sozialdemokraten, die derzeit unter unendlichen Windungen versuchen, eine neue Regierung zu bilden. Sie müssten endlich über eine Entlastung der Wirtschaft verhandeln, über die Förderung von Forschung und Entwicklung, darüber, wie die Steuerquote nicht weiter ansteigt und wie sich neue Arbeitsplätze schaffen lassen. Allein über Trump die Nase zu rümpfen und weiter ideologischen Umverteilungsträumen anzuhängen, wäre fatal.