Trumps Ex-Wahlkampfchef wegen versuchter Zeugenbeeinflussung angeklagt

Trumps ehemaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort

Donald Trumps früherer Wahlkampfleiter Paul Manafort gerät in immer größere juristische Bedrängnis: Sonderermittler Robert Mueller klagte Manafort am Freitag offiziell der Justizbehinderung an, weil dieser Zeugen zu Falschaussagen zu bewegen versucht haben soll. Bislang hatte Mueller gegen den früheren Trump-Vertrauten nur die Anklagepunkte Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Bankbetrug vorgebracht.

Manafort habe Zeugen für die gegen ihn anstehenden Prozesse angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen, hieß es in einem bereits am Montag bekannt gewordenen Gerichtsdokument.

Mueller klagte am Freitag auch Manaforts russischen Geschäftspartner Konstantin Kilimnik an. Auch dieser soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen. Die Ermittler verdächtigen Kilimnik zudem der Kontakte zum russischen Geheimdienst.

Der frühere FBI-Chef Mueller ermittelt zu der Frage, ob Trumps Wahlkampfteam vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob der US-Präsident später versuchte, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu behindern. Bisher führte Muellers Untersuchung zu mehr als 20 Anklagen, die meisten von ihnen gegen russische Bürger und Firmen, die sich in den US-Wahlkampf eingemischt haben sollen.

Die bisherigen Ermittlungen Muellers führten aber auch zur Anklage und Festnahme Manaforts. Diesem und seinem Vertrauten Rick Gates werden Geldwäsche und Steuervergehen im Zusammenhang mit ihrer Beratertätigkeit für den gestürzten prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch vorgeworfen. Ein erster Prozess soll am 10. Juli beginnen, weitere Anklagepunkte werden vom 17. September an verhandelt.

Der 69-Jährige war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen Dollar von der Janukowitsch-Partei erhalten.

Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit den Sonderermittlern kooperiert. Er steht seit Oktober unter Hausarrest, die versuchte Zeugenbeeinflussung könnte dazu führen, dass er noch vor dem 10. Juli in Haft kommt. Bei den Zeugenaussagen geht es um Manaforts Kontakte zur sogenannten Hapsburg Gruppe, die ungesetzliche Lobbyarbeit für die Ukraine betrieben haben soll.