Trumps Ex-Berater Icahn verkaufte Aktien in Millionenhöhe vor Strafzoll-Ankündigung


US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium verhängen zu wollen, hat Unternehmer und Politiker weltweit schockiert. Kurz bevor der Republikaner seine Pläne am Donnerstag bekanntgab, verkaufte der US-Milliardär Carl Icahn knapp eine Million Aktien eines Unternehmens, das stark von Stahlimporten abhängig ist.

Dokumente der US-Börsenaufsicht SEC zeigen, dass der ehemalige Trump-Berater Icahn Aktien im Wert von 31,3 Millionen Dollar an der Manitowoc Company abgestoßen hat. Das US-Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Wisconsin ist ein weltweit führender Hersteller von Kränen.

Icahn verkaufte zwischen dem 12. und dem 22. Februar rund 940.000 Aktien für 32 bis 34 US-Dollar pro Stück, heißt es in der Mitteilung der SEC. Nach Trumps Bekanntgabe am Donnerstag fiel die Aktie des Kranbauers bis Freitagmorgen (EST) um mehr als sechs Prozent auf 26,14 Dollar. Bis zum US-Börsenschluss am Freitag erholten sich die Papiere jedoch wieder etwas.


Durch den Verkauf verringerte Icahn seinen Anteil an Manitowoc von 7,5 auf 4,8 Prozent. Der 82-Jährige bleibt damit fünftgrößter Aktionär.

Die von Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl in Höhe von 25 Prozent hätten weitreichende negative Konsequenzen für Unternehmen, die das Metall in ihren Produkten verwenden. Davon betroffen wären neben Manitowoc auch andere große US-Konzerne wie etwa Boeing, Ford, General Motors oder Caterpillar.

Icahn gab letzten August seine Rolle als Trumps Sonderberater für Regulierungsfragen auf. US-Demokraten kritisierten seine Berufung scharf und verwiesen auf potenzielle Interessenkonflikte bei Icahns Geschäften im Energie-und Versicherungssektor.

Im November wurde Icahn von Ermittlern der US-Justiz vorgeladen, um ihn zu seinem ehemaligen Beraterposten in der Trump-Regierung zu befragen.