Trumps Cyber-Kooperation hält 13 Stunden


Nachdem sich die Präsidenten der USA und Russlands, Donald Trump und Wladimir Putin, in Hamburg getroffen hatten, verkündete Trump ein aufsehenerregendes Ergebnis: „Putin und ich haben darüber diskutiert, eine undurchdringbare Cyber-Security-Einheit zu schaffen, damit wir vor Wahlmanipulation und vielen anderen negativen Dingen geschützt sind“, twitterte Trump um 7.50 Uhr Washingtoner Zeit.



Die Debatte, die sich daran anschloss, war kurz und heftig. Immerhin gelten Hacker aus Russland als die größte Cyber-Bedrohung für das demokratische System der USA. Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der Angriff auf die Dachorganisation der Demokratischen Partei DNC im Wahlkampf von Russland aus geführt wurde.

Der republikanische Senator Graham nannte das Treffen zwischen Trump und Putin „katastrophal“. Trump sei auf einem Auge blind, wenn es um Putin gehe, sagte Graham dem Sender NBC News. Man könne in diesem Fall nicht einfach „vergessen und vergeben“. Zu den Plänen für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit meinte Graham, es sei zwar nicht die dümmste Idee, die er bisher gehört habe, „aber sie kommt nahe daran“.



Grahams Senatskollege Rubio twitterte zu dem Vorhaben, das wäre so, als würde man eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad über chemische Waffen bilden. Senator McCain sagte dem Sender CBS News, Russland müsse für die Wahleinmischung einen „Preis zahlen“.

Trump hatte Putin in Hamburg auf den Vorwurf der Wahleinmischung angesprochen und Putin hatte den Vorwurf vehement zurückgewiesen. Laut russischen Medien akzeptierte Trump Putins Darstellung. Trump widersprach dem bislang nicht.

Die Diskussion um eine „Cyber-Security-Einheit“ ist dagegen schon wieder beendet. Um 20.45 Uhr Washingtoner Zeit twitterte Trump: „Die Tatsache, dass Präsident Putin und ich über eine Cyber-Security-Einheit diskutiert haben, bedeutet nicht, dass ich glaube, dass sie kommen wird. Das kann sie nicht.“