Trump warnt vor nuklearer Bedrohung aus Nordkorea

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat seiner ersten Rede zur Lage der Nation vor der nuklearen Bedrohung durch Nordkorea gewarnt. Nordkoreas Streben nach Nuklearraketen könne "schon sehr bald unsere Heimat bedrohen", sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington. In Nordkorea veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA fast zeitgleich ein Bericht zur Menschenrechtslage in den USA.

Der US-Präsident sprach vom "verkommenen Charakter" der nordkoreanischen Regierung und ließ wenig Kompromissbereitschaft erkennen. Die US-Regierung übe "maximalen Druck" aus, um einen atomaren Angriff aus Nordkorea zu verhindern, sagte Trump. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Zugeständnisse nur Aggression und Provokation nach sich zögen.

Die Regierung in Washington ist gespalten über die richtige Strategie gegenüber Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Während Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister Jim Mattis für eine diplomatische Lösung werben, befürworten andere einen Militärschlag, um Kim zu zeigen, dass die USA es ernst meinen.

Einem Bericht der "Washington Post" zufolge kostete seine Ablehnung eines Präventivschlags den designierten US-Botschafter in Südkorea, Victor Cha, seinen Job. Der Korea-Experte galt bis Dienstag als aussichtsreichster Kandidat für den Posten. In der "Washington Post" schrieb er, ein Erstschlag würde die Verbreitung nuklearer Waffen eher verstärken als eindämmen und US-Bürger einem hohen Risiko aussetzen.

Pjöngjang veröffentlichte indes am Mittwoch seinen jährlichen Bericht über Menschenrechtsverletzungen der USA. Wie Nachrichtenagentur KCNA berichtete, bezeichnet Nordkoreas Regierung die Vereinigten Staaten als "grausamen Menschenrechtsverletzer". Rassismus und Menschenhass gehörten zum Gesellschaftssystem der USA und hätten sich unter Trumps Regierung noch verstärkt, hieß es weiter.

Nordkorea wird von den USA und der UNO immer wieder wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit kritisiert. Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2014 wirft dem Land "unvergleichliche" Menschenrechtsverletzungen vor.