Trump verwirrt mit Aussagen zu Missbrauchsvorwürfen

Donald Trump spricht vor der Reise nach Florida mit Reportern (Bild: AP Photo/Manuel Balce Ceneta)

Mit diesem Statement überraschte Donald Trump viele Beobachter: Der US-Präsident begrüßte ausdrücklich die aktuelle Welle an Belästigungsvorwürfen gegen Prominente. “Frauen sind etwas sehr besonderes”, sagte Trump vor dem Abflug nach Mar-a-Lago, wo er mit seiner Familie Thanksgiving feiert. “Es ist eine ganz besondere Zeit. Viele Dinge kommen ans Licht. Das ist gut für die Gesellschaft.” 

Vor allem im Wahlkampf wurden gegen Trump selbst immer wieder ähnliche Vorwürfe laut. Unter anderem tauchte ein Video mit vulgären O-Tönen Trumps über Frauen auf (“Grab her by the pussy“). Er entschuldigte sich für die Aussage später.

Nichtsdestotrotz unterstützt der Präsident weiterhin den republikanischen Kandidaten für die Senatswahl in Alabama, Roy Moore, gegen den ebenfalls eine Reihe von Vorwürfen der sexuellen Belästigung vorliegt. “Roy Moore streitet es ab, das ist alles, was ich sagen kann. Er streitet es ganz und gar ab”, sagte er. “Wir brauchen da keinen liberalen Demokraten”.

Trump machte seine Äußerungen unbeschadet der Tatsache, dass mehrere Frauen den 70-jährigen Moore beschuldigen, sie vor mehreren Jahren belästigt zu haben. Darunter ist eine damals 14-Jährige. Der Ex-Richter weist die Anschuldigungen zurück.

Moore kandidiert in Alabama um den Senatssitz, der durch den Wechsel von Jeff Sessions an die Spitze des Justizministeriums frei geworden ist. Die Wahl ist am 12. Dezember.

Roy Moores Wahlkampf wird von schweren Missbrauchsvorwürfen überschattet (Bild: Brynn Anderson/AP Photo)

Eine Reihe ranghoher Republikaner ist seit Wochen auf Distanz zu Moore gegangen und hat ihn aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen. Moore selbst zieht allerdings auch gegen diese Republikaner zu Felde, die er als Establishment bezeichnet. Sein Lager sah Moore am Dienstag in einem “Drei-Fronten-Krieg” gegen Demokraten, Republikaner und Medien.

Trump selbst hatte im September seine Unterstützung für Moore erklärt, nachdem der von ihm favorisierte Bewerber in der parteiinternen Vorwahl zu seiner großen Enttäuschung gegen den 70-Jährigen verloren hatte. Zu den Missbrauchsvorwürfen hatte er wochenlang geschwiegen. Tochter Ivanka Trump distanzierte sich dagegen deutlich: Sie habe keinen Zweifel an den Aussagen der Frauen, sagte sie in einem Interview. Für Menschen, die sich an Kindern vergreifen sei ein “besonderer Platz in der Hölle” reserviert.