Trump verteidigt Rede vor Kapitol-Erstürmung und attackiert Impeachment-Pläne

Fabian Erik SCHLÜTER
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US-Präsident Trump

US-Präsident Donald Trump hat seine aufwieglerische Rede vor der Erstürmung des Kapitols als "absolut angemessen" verteidigt und das ihm drohende Amtsenthebungsverfahren scharf kritisiert. In seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit Tagen warnte Trump am Dienstag, das geplante Impeachment verursache "riesige Wut". Das Vorgehen der Demokraten sei "absolut lächerlich" und die "Fortsetzung der größten Hexenjagd in der Geschichte der Politik".

"Ich denke, es verursacht eine riesige Gefahr für unser Land und es verursacht riesige Wut", sagte Trump in Washington. Er betonte zugleich, er wolle "keine Gewalt".

Die US-Demokraten könnten noch am Mittwoch ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einleiten, dessen Amtszeit planmäßig am 20. Januar endet. Es wäre bereits das zweite Impeachment gegen den Präsidenten, eine historische Premiere in den USA.

Die Demokraten machen den scheidenden Präsidenten für die Erstürmung des Kapitols durch radikale Anhänger am vergangenen Mittwoch mitverantwortlich. Trump hatte seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren, um eine formelle Bestätigung des Wahlsiegs seines Herausforderers Joe Biden durch den Kongress zu verhindern.

Er sagte dabei unter anderem: "Wenn ihr nicht auf Teufel komm raus kämpft, werdet ihr kein Land mehr haben." Trump sagte auch, nicht durch "Schwäche", nur durch "Stärke" könne das Land zurückerobert werden.

Bei der Erstürmung wurde ein Polizist getötet, eine Angreiferin im Kapitol wurde von einem Beamten erschossen. Am Rande der Gewalt gab es drei weitere Tote.

Trump verteidigte seine Rede nun. "Sie haben meine Rede analysiert, meine Worte und meinen letzten Absatz, meinen letzten Satz, und alle fanden, dass sie absolut angemessen war." Unklar war zunächst, worauf sich Trump dabei bezog. In seinen letzten Sätzen hatte Trump am 6. Januar gesagt: "Lasst uns Pennsylvania Avenue entlangmarschieren" - die Straße, die zum Kapitol führt - und seinen Zuhörern dann gedankt.

Trump hatte sich zuletzt nicht mehr öffentlich geäußert. Am Dienstag sprach er vor einer Reise zur Grenze zu Mexiko kurz vor dem Weißen Haus zu Journalisten.

Die Erstürmung des Kapitols und Trumps Verhalten haben gewaltige Empörung ausgelöst. Auch einige Republikaner haben das Vorgehen des 74-Jährigen verurteilt.

Zugleich wenden sich immer mehr Unternehmen von dem Präsidenten und früheren Immobilienmogul ab. Die "New York Times" berichtete am Dienstag, die Deutsche Bank werde wegen der gewalttätigen Attacke auf das Parlament ihre Zusammenarbeit mit Trump beenden. Sie will demnach keine Geschäfte mehr mit Trump oder seinen Firmen machen. Die Deutsche Bank wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Außerdem haben Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter den Präsidenten verbannt. Trump bezeichnete dies am Dienstag als "katastrophalen Fehler". "Sie spalten."

fs/ck