Trump verspricht Sieg über Sucht

90 Tage soll der Gesundheitsnotstand zunächst dauern. Bestehende Hilfs- und Finanzmittel sollen umverteilt werden, um Abhängigen bei ihrer Schmerzmittelsucht zu helfen. Aber extra Geld gibt es nicht.


US-Präsident Donald Trump hat die Opioidkrise zu einem nationalen Notstand der öffentlichen Gesundheit erklärt. Die Opioidsucht sei die schlimmste Drogenkrise in der Geschichte der USA, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Betroffen seien ländliche Gegenden und Städte, Reiche und Arme, ältere Menschen und Neugeborene. Es sei ein Notstand, der die Nation zerreiße. Der Präsident gab sich aber zuversichtlich.

„Wir werden die Sucht in Amerika überwinden“, sagte er und erklärte, die Epidemie dürfe nicht weiter voranschreiten. Trump ordnete Bundesbehörden an, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Krise zu bekämpfen. Dazu gehöre eine „massive Werbekampagne“ an die Adresse junger Leute, um verschreibungspflichtige Medikamente zu meiden.

Die Gemeinden müssten von der „Geißel der Drogenabhängigkeit“ befreit werden. „Wir können die Generation sein, die die Opioid-Epidemie beendet.“ Unter Opioide fallen nicht nur verschreibungspflichtige Schmerzmittel, sondern auch Heroin und synthetische Drogen wie Fentanyl, das eigentlich in der Anästhesie verwendet wird.




Trump erinnerte am Donnerstag an die Alkoholprobleme seines älteren Bruders Fred Trump jr.. Dieser sei ein „großartiger Typ“ gewesen, doch habe er „ein Problem mit Alkohol“ gehabt. Fred habe ihm ständig gesagt, er solle keinen Alkohol trinken, sagte der Präsident. Als Folge dessen habe er niemals Alkohol getrunken oder eine Zigarette geraucht. Trumps Bruder starb im Alter von 42 Jahren.

First Lady Melania Trump sagte vor der Rede ihres Mannes, Drogenabhängigkeit „kann jedem von uns passieren“.

Kritik auf Trumps Ansage folgte prompt. Seine Anordnung, bereits vergebene Mittel für die Bekämpfung der Opioidkrise lediglich umzustrukturieren und keine neues Geld zur Verfügung zu stellen, wurde als nicht ausreichend beklagt. „Zeigen Sie mir Geld“, sagte etwa die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. Ein Verband von Verhaltensmedizinern kritisierte, man könne etwas nicht als Notstand bezeichnen und dann kein Geld dafür bereitstellen.

Das Problem der Schmerzmittelsucht besteht seit Jahrzehnten in der amerikanischen Gesellschaft. Vor Trump versuchten unter anderem bereits Richard Nixon, Ronald Reagan und George H.W. Bush gegen die steigende Anzahl von Abhängigen vorzugehen.

Ein Hinterbliebener eines 20 Jahre alten Drogentoten sagte, im vergangenen Jahr seien 64.000 Amerikaner an Opioiden gestorben. „Wenn wir ein ausländisches Land hätten, dass uns angreift und 60.000 Menschen tötet, oder eine Terrorattacke, die 60.000 Amerikaner in den Tod reißt, wir würden Geld drucken, um dagegen anzukämpfen.“