Trump erntet wegen "Fake News Awards" Kritik aus Reihen der Republikaner

Trump liegt im Clinch mit einem Großteil der US-Medien

Die Veröffentlichung seiner umstrittenen "Fake News Awards" hat US-Präsident Donald Trump scharfe Kritik auch aus den eigenen Reihen eingebracht. Trump zeichnete am Mittwoch US-Medien wie die "New York Times" und den Fernsehsender CNN mit einem Negativpreis für aus seiner Sicht falsche Berichterstattung aus. Die republikanischen Senatoren Jeff Flake und John McCain warfen ihm einen Angriff auf die freie Presse vor. Flake verglich Trumps Wortwahl mit der von Sowjetdiktator Josef Stalin.

Flake warf Trump in einer Rede im US-Senat vor, mit täglichen Attacken gegen Journalisten die Pressefreiheit zu untergraben. Wenn der Präsident in Bezug auf bestimmte Medien von "Feinden des Volkes" spreche, mache er sich die Sprache Stalins zu eigen, sagte der Trump-Kritiker. Wenn ein führender Politiker alle unliebsamen Berichte "reflexartig als 'Fake News' bezeichnet", sage dies mehr über den Politiker als über die Presse aus.

McCain, der ebenfalls zu den parteiinternen Widersachern des Präsidenten zählt, verurteilte Trumps Angriffe auf die Medien in einem Gastbeitrag für die "Washington Post". Er forderte den Präsidenten auf, seine Attacken gegen die Presse einzustellen. Von Staatschefs in anderen Ländern werde diese Haltung als Rechtfertigung genutzt, um Journalisten zum Schweigen zu bringen - sie nutzten teilweise sogar schon "seine Worte".

Flake verwies ebenfalls darauf, dass auch der syrische Machthaber Baschar al-Assad, der philippinische Präsident Rodrigo Duterte und Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro bereits den Begriff "Fake News" benutzten. Trump habe mit seiner Sprache also "Diktatoren und autoritäre Politiker inspiriert".

Trump hatte am Mittwochabend im Kurzbotschaftendienst Twitter einen Link zu den "Fake News Awards" auf der Website der Republikaner veröffentlicht. Auf Platz eins der Negativliste landete der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der in seiner Kolumne für die "New York Times" nach Trumps Wahlsieg den wirtschaftlichen Niedergang der USA vorhergesagt habe. Tatsächlich liege der US-Aktienindex Dow Jones derzeit aber auf einem Rekordhoch, hieß es zur Begründung für Krugmans Aufnahme in die "Fake News"-Liste.

Trump knöpfte sich auch den TV-Reporter Brian Ross vor, der im Dezember im Sender ABC News eine Falschmeldung zur Russland-Affäre verbreitet hatte. Der Nachrichtensender bat damals um Entschuldigung und suspendierte seinen Investigativ-Korrespondenten vorübergehend. Auch die US-Nachrichtenmagazine "Time" und "Newsweek" stehen auf Trumps Negativliste. Der TV-Sender CNN wird gleich vier Mal genannt.

Trump hat sich in seinem ersten Amtsjahr immer wieder vehement darüber beschwert, dass die sogenannten Mainstream-Medien falsch und unehrlich über ihn berichten. Er hat einzelne Medienhäuser und Journalisten auch wiederholt direkt kritisiert, was große Sorgen um die Pressefreiheit ausgelöst hat. Trump sieht sich selbst dem Vorwurf ausgesetzt, regelmäßig Falschbehauptungen zu verbreiten.

Nach dem Link zu der "Fake News"-Liste fügte Trump in einem zweiten Tweet hinzu, trotz einer teilweise "sehr korrupten und unredlichen Berichterstattung gibt es viele großartige Reporter, die ich respektiere, und viele GUTE NACHRICHTEN für das amerikanische Volk, auf die man stolz sein kann!"