Trump: US-Bürger sollen wegen Corona Gruppen von mehr als zehn Menschen meiden

US-Präsident Trump im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump hat alle US-Bürger aufgerufen, wegen der Coronavirus-Pandemie Gruppen von mehr als zehn Menschen zu meiden. Das sei nötig, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Menschen sollten zudem nicht mehr in Bars und Restaurants gehen und von verzichtbaren Reisen Abstand nehmen.

Verpflichtend sind diese Anweisungen allerdings nicht. Auf die Frage eines Journalisten, ob er im Kampf gegen die Pandemie eine landesweite Ausgangssperre verhängen wolle, sagte Trump: "Derzeit nicht." Möglich sei dies aber für bestimmte betroffene Gebiete, sogenannte Hotspots. "Wir werden das prüfen."

In Frankreich hatte Staatschef Emmanuel Macron am Montag eine 14-tägige Ausgangssperre verhängt. Ab Dienstagmittag dürfen alle Franzosen nur in wichtigen Fällen das Haus verlassen, etwa für Einkäufe, Arztbesuche und den Weg zur Arbeit, wenn keine Heimarbeit möglich ist.

Trump sagte im Weißen Haus, die USA könnten die Pandemie bis Juli oder August hinter sich bringen - "wenn wir einen wirklich guten Job machen". Er schloss zudem nicht aus, dass die US-Wirtschaft wegen der Coronavirus-Krise in die Rezession rutschen könnte.

In den USA sind die Infektions- und Totenzahlen zuletzt rasch angestiegen. Inzwischen wurden mehr als 4200 Infektionen und mindestens 74 Tote gemeldet.

Wegen der Pandemie verlangte der Gouverneur von Ohio eine Verschiebung der am Dienstag in dem Bundesstaat geplanten Präsidentschaftsvorwahlen. Gouverneur Mike DeWine kündigte eine Klage an, damit die Vorwahl auf den 2. Juni verschoben wird. Man könne nicht die Menschen aufrufen, wegen der Pandemie zu Hause zu bleiben, und gleichzeitig, zur Wahl zur gehen, erklärte der Republikaner.

Die oppositionellen Demokraten wollen am Dienstag in den Bundesstaaten Arizona, Florida, Illinois und Ohio Vorwahlen abhalten. Trumps Republikaner wollen in drei der vier Staaten Vorwahlen abhalten, nicht in Arizona.

Trump sagte bei der Pressekonferenz im Weißen Haus, er halte eine Verschiebung von Vorwahlen für "unnötig" und für "keine sehr gute Sache". Wahlen seien das "Herz" im politischen Prozess. Die Wahlen könnten sicher abgehalten werden, etwa, indem Wähler auf Abstand zueinander gehalten würden.

In zwei Fällen wurden Vorwahlen bereits verschoben: Der für den 4. April geplante Urnengang in Louisiana wurde auf den 20. Juni vertagt. In Georgia soll die Vorwahl am 19. Mai stattfinden und nicht wie ursprünglich geplant am 24. März.

Im Präsidentschaftsrennen der Demokraten ist der frühere Vizepräsident Joe Biden inzwischen klarer Favorit gegen den linksgerichteten Senator Bernie Sanders. Umfragen sehen den 77-jährigen Mitte-Politiker auch bei den Vorwahlen vom Dienstag klar vor seinem 78-jährigen Konkurrenten.