Trump sorgt mit "Pocahontas"-Spruch bei Ehrung von Ureinwohnern für Empörung

Trump bei der Ehrung der Navajo-Veteranen

US-Präsident Donald Trump hat mit der Verunglimpfung einer demokratischen Senatorin als "Pocahontas" ausgerechnet während einer Ehrung von Navajo-Indianern für Empörung gesorgt. "Sie waren hier, lange bevor irgendjemand von uns hier war", sagte Trump bei dem Treffen am Montag im Weißen Haus zu einem der indianischen Weltkriegsveteranen. "Obwohl wir eine Vertreterin im Kongress haben, von der man sagt, dass auch sie schon sehr lange hier ist. Sie nennen sie Pocahontas", sagte Trump über die Senatorin Elizabeth Warren.

Trump hat den Namen Pocahontas schon häufiger für Warren benutzt. Über die legendäre Indianerin aus der Kolonialzeit gibt es auch einen Disney-Film. Warren, eine entschiedene Trump-Gegnerin, hatte vor einiger Zeit die indianischen Wurzeln ihrer Mutter offenbart, was während ihrer Kandidatur für den Senat von vielen Republikanern angezweifelt worden war.

Warren sagte nach der Bemerkung bei der Navajo-Ehrung im Fernsehsender MSNBC, es sei "höchst bedauerlich, dass der US-Präsident es noch nicht einmal schafft, diese Helden bei einer Zeremonie zu ehren, ohne dabei eine rassistische Beleidigung von sich zu geben".

Das Weiße Haus wies den Vorwurf als "lächerlich" zurück. Es sei im Gegenteil "sehr beleidigend", dass Warren über ihre indianische Herkunft "gelogen" habe, "um ihre Karriere voranzubringen", sagte Trumps Sprecherin.

Die US-Armee hatte im Zweiten Weltkrieg Angehörige nordamerikanischer Indianerstämme eingesetzt, um Botschaften zu verschlüsseln. Die Aufklärungseinheiten der Wehrmacht und der japanischen Armee konnten die Funksprüche in den Indianersprachen nicht verstehen.

2013 hatten rund 250 sogenannte Codetalker aus 33 Indianerstämmen die Goldene Ehrenmedaille des US-Kongresses erhalten, die allermeisten von ihnen posthum.