Trump setzt Angriff gegen Amazon fort

Die US-Post mache mit jeder Paketzustellung für Amazon Verlust, schreibt der Präsident auf Twitter. Nicht alle seine Vorwürfe scheinen zutreffend. Die Zeitung von Amazon-Chef Bezos nennt er „Fake Washington Post“.

US-Präsident Donald Trump hat seine Angriffe auf Amazon am Samstag verstärkt. Auf Twitter schrieb er, der Online-Händler habe mit der US-Post die Auslieferung von Paketen zu Tarifen vereinbart, bei denen das Staatsunternehmen Verluste mache. Das schade amerikanischen Steuerzahlern. Trump bezeichnete den Deal zwischen Amazon und der Post als „scam“ - Abzocke.

„Die US-Post wird im Schnitt bei jedem Paket, dass sie für Amazon ausliefert, 1,50 Dollar (1,20 Euro) verlieren. Das summiert sich zu Milliarden von Dollar“, schrieb Trump. „Wenn das P.O. (Post Office) seine Paketpreise erhöhen würde, würden Amazons Versandkosten um 2,6 Milliarden Dollar steigen. Die Post-Abzocke muss aufhören. Amazon muss die wirklichen Kosten (und Steuern) jetzt zahlen!“

Amazon lebt vom Versand, und eine Erhöhung der Gebühren würde dem Online-Händler sicherlich schaden. Neben der US-Post stellen private Dienste wie FedEx und UPS Sendungen für Amazon zu.


Die US-Post schreibt seit elf Jahren rote Zahlen, allerdings gilt der Paketdienst nicht als deren Grund. Die meisten Verluste entstehen durch Pensions- und Gesundheitskosten sowie einem Rückgang bei der Briefzustellung. Der Vertrag zwischen Amazon und der Post wird jedes Jahr von Bundesaufsichtsbehörden überprüft. Die haben ihn bisher als profitabel für die Post eingestuft. Als unabhängige Behörde verwendet die Post keine Steuermittel für ihren Betrieb. Amazon ist mehrfach von Trump harsch angegangen worden. Als ein Grund dafür gilt, dass Amazon-Chef Jeff Bezos auch Besitzer der „Washington Post“ ist, die kritisch über den Präsidenten und seine Regierung berichtet. Trump hat der Zeitung vorgeworfen, „Fake News“ zu verbreiten. Die Verbindung zu der Zeitung stellte er in einem seiner Samstag Tweets wieder selbst her: Er nannte sie die „Fake Washington Post“, die von Amazon als Lobbyist eingesetzt werde.