Nach Trauer-Debatte: Trump schickt Beileidsbekundungen an Militärfamilien

Nicht alle hinterbliebenen Familien von Soldaten wurden bisher von Trump kontaktiert. (Bild: AP Images)

Nachdem US-Präsident Donald Trump fälschlicherweise behauptete alle Familien von gefallenen Soldaten bereits persönlich angerufen zu haben, um sein Beileid zu bekunden, will er sein Versprechen nun mit Eil-Beileidsbekundungen einlösen.

Trump war in die Kritik geraten, weil er über die Todesfälle von vier Soldaten in Niger am 4. Oktober lange geschwiegen hatte. Im Zuge der Diskussion behauptete Trump, er habe alle Hinterbliebenen der in seiner Amtszeit gefallenen Soldaten persönlich angerufen.

Aufgeheizt wurde die Debatte durch einen Bericht der „Washington Post“ in der vergangenen Woche. Dort gab der Vater eines verstorbenen Soldaten an, Donald Trump habe ihm in einem persönlichen Telefonat einen Scheck über 25.000 Dollar (21.295 Euro) zugesagt, den er jedoch auch vier Monate später noch nicht erhalten habe. Der Scheck wurde erst nach dem Erscheinen des Artikels tatsächlich verschickt.

Nun ließ der US-Präsident seine ausstehenden Beileidsbekundungen im Eilverfahren per UPS verschicken. So erhielt auch Timothy Eckels Sr. am 20. Oktober einen Brief vom Präsidenten, nachdem sein Sohn Timothy Eckels Jr. bereits am 21. August ums Leben gekommen war. „The Atlantic“ sagte Eckels: „Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass dieser Brief ist eine Reaktion auf den Medienrummel um das Thema ist. Ich habe Briefe von McCain, Mattis und unzähligen anderen Offiziellen vor seinem erhalten.“ Dennoch sei es ein „respektvoller Brief“, so Eckles, der etwa auch die Tatsache berücksichtige, dass sein Sohn Vater von Zwillingen war.

Donald Trump versucht nun, so schnell wie möglich allen trauernden Familien per Express-Briefen sein Beileid auszudrücken. (Bild: AP Images)

Auch andere Familien gefallener Soldaten erhielten vergangene Woche per UPS Beileidsbekundungen des Präsidenten, wie „The Atlantic“ berichtet. Normalerweise werden diese Briefe als „priorisierte Korrespondenz, die die Familien, wenn möglich in ein oder zwei Wochen bekommen“ behandelt, so ein ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Hauses. Auf Anfragen von „The Atlantic“ wollte sich das Weiße Haus nicht konkret zu den Aussendungen äußern.

Mittlerweile wurden 25 von 46 Familien kontaktiert, darunter auch die Angehörigen der in Niger gestorbenen Soldaten. Einige andere Familien zeigten sich enttäuscht darüber, nicht kontaktiert worden zu sein, stellten aber gleichzeitig die Relevanz dieser Gesten infrage. Wieder anderen Trauernden, etwa der Witwe von Sergeant William Bays, fühlten sich durch Trumps persönliche Anrufe getröstet, wie sie auf Facebook schrieb.