Trump ruft Witwe eines gefallenen Soldaten an: „Er wusste, worauf er sich einlässt“

US-Präsident Donald Trump hat die Familien vier gefallener Soldaten angerufen. (Bild: AP Photo)

Nachdem US-Präsident Donald Trump seinem Vorgänger Barack Obama vorwarf, die Hinterbliebenen gefallener Soldaten nicht telefonisch zu kontaktieren, griff er jetzt selbst zum Hörer.

Seinen Vorsatz, Familien gefallener Soldaten per Telefon sein persönliches Beileid auszusprechen, setzte US-Präsident Donald Trump jetzt in die Tat um. Myeshia Johnson war eine von den Witwen, die plötzlich den Präsidenten am Hörer hatten. Ihr Ehemann, U.S. Army Sergeant La David Johnson, verlor Anfang Oktober sein Leben bei einer Attacke im afrikanischen Niger.

Während Myeshia Johnson am Flughafen in Florida auf den Leichnam ihres verstorbenen Mannes wartete, erhielt sie gegen 16:45 Uhr einen Anruf von US-Präsident Donald Trump. Das berichtet die Kongress-Abgeordnete Frederica Wilson, die mit am Flughafen war, um die Witwe mental zu unterstützen.

Wie der Nachrichtensender NBC berichtet konnte Wilson Teile des Gesprächs mithören: „Er wusste, worauf er sich eingelassen hat, aber wenn es passiert, dann tut es trotzdem weh“, soll Präsident Trump demnach zu Myeshia Johnson gesagt haben.

Laut Wilson soll er diesen Satz mehr als einmal gesagt und dabei sogar sarkastisch geklungen haben. Das Weiße Haus wollte sich zu diesen Behauptungen nicht äußern. „Die Konversationen mit den Familien amerikanischer Helden, die ein immenses Opfer gebracht haben, sind privat“, hieß es in einem Statement.

Nur wenige Tage zuvor stichelte Trump gegen seinen Vorgänger Barack Obama. „Wenn man sich Präsident Obama und auch andere Präsidenten anschaut, dann haben die meisten von ihnen keine Anrufe gemacht. Ich mag es anzurufen, wenn angemessen ist und wenn ich glaube, dass es mir möglich ist“, erklärte Trump in einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses.

In einem Radiointerview stichelte Trump gegen Barack Obama. (Bild: AP Photo)

Am Dienstagabend gab die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, ein weiteres Statement ab: „Präsident Trump hat mit allen Familien der vier im Niger gefallenen Soldaten gesprochen. Er hat ihnen sein Beileid im Namen der dankbaren Nation ausgesprochen und ihnen versichert, dass ihr außergewöhnliches Opfer für das Land niemals in Vergessenheit geraten wird.“