Trump-Regierung nimmt chinesische Aluminium-Exporte ins Visier

Zwischen den USA und China bahnt sich ein neuer Handelsstreit an. Die US-Regierung ordnete eine Untersuchung zu mutmaßlichem Preisdumping und womöglich unzulässigen Subventionen bei Aluminiumblechen aus China an. Peking reagierte empört

Zwischen den USA und China bahnt sich ein neuer Handelsstreit an. Die US-Regierung ordnete am Dienstag eine Untersuchung zu mutmaßlichem Preisdumping und womöglich unzulässigen Subventionen bei Aluminiumblechen aus China an. Präsident Donald Trump habe vom ersten Tag seiner Amtszeit an klargemacht, dass "unfaire Handelspraktiken unter seiner Regierung nicht toleriert werden", erklärte Handelsminister Wilbur Ross. "Heute unternehmen wir einen weiteren Schritt, um dieses Versprechen einzulösen."

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten leitete das Handelsministerium die Untersuchung auf eigene Initiative und nicht auf Bitte eines US-Unternehmens ein. Dies zeige, "dass wir in ständiger Wachsamkeit sind, um freien, fairen und wechselseitigen Handel zu unterstützen", erklärte Ross.

Im vergangenen Jahr importierten die USA Aluminiumbleche im Wert von fast 604 Millionen Dollar (509 Millionen Euro) aus China. Sie werden unter anderem in der Baubranche und zur Herstellung von Transportmitteln und Geräten verwendet. Die Hersteller der Bleche profitierten dem US-Handelsministerium zufolge womöglich von Subventionen und könnten ihre Produkte in den USA deshalb zu Dumpingpreisen verkauft haben. Als mögliche Gegenmaßnahme könnte die Trump-Regierung nun Strafzölle auf chinesische Aluminiumprodukte erwägen.

Die Regierung in Peking reagierte auf die US-Ermittlungen mit scharfer Kritik. Solch ein Verhalten sei "extrem selten in der Geschichte des internationalen Handels", erklärte das chinesische Handelsministerium. China bringe daher seine "große Unzufriedenheit mit der Tendenz zum Handelsprotektionismus" zum Ausdruck, den die Vereinigten Staaten zeigten, hieß es. China werde die "notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Rechte und die legitimen Interessen seiner Unternehmen zu schützen".

Die USA sind der zweitgrößte Handelspartner Chinas nach der Europäischen Union. Die Kritik aus Washington an chinesischen Handelspraktiken ist nicht neu, erreichte unter Trump aber einen Höhepunkt. Der US-Präsident hat sich wiederholt für einen Kurs der wirtschaftlichen Abschottung stark gemacht und verspricht, durch die Globalisierung verloren gegangene Industriejobs wieder zurückzuholen.

Unter seiner Regierung wurden bislang 65 Prozent mehr Untersuchungen zu mutmaßlich unfairen Handelspraktiken eingeleitet als im letzten Jahr der Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama. Das letzte Mal, dass das Handelsministerium auf eigene Initiative eine Untersuchung zu Kompensationszöllen einleitete war 1991. Damals ging es um Nutzholz von Nadelbäumen aus Kanada - ein Streit der bis heute andauert. Die letzte vom Handelsministerium selbst initiierte Untersuchung zu möglichem Preisdumping befasste sich 1985 mit Halbleitern aus Japan.