Trump und Nordkorea: Apokalypse vorm Abschlag

Trump verschärft seine martialische Rhetorik, doch sein Außenminister dämpft den Ton.

Die Szenerie wirkte ebenso beklemmend wie surreal. Draußen vor dem Fenster des noblen Clubhauses auf dem Trump-Golfplatz im friedlichen Örtchen Bedminster flitzten die Gäste mit Golfcarts über den grünen Rasen. Drinnen im gediegen dunkelgrauen Konferenzraum saß Donald Trump vor einer amerikanischen Fahne neben einer hölzernen Tafel mit den Namen der Sieger des letzten Turniers und sprach über den Dritten Weltkrieg.

„Nordkorea sollte besser den USA nicht weiter drohen“, hob der US-Präsident auf die Frage eines Journalisten an: „Sonst werden sie Feuer und Wut erfahren, wie es die Welt noch nicht erlebt hat.“

Trump sprach ruhig. Er hatte die Arme vor dem Bauch verschränkt. Zuvor, bei seinen Ausführungen über die Opium-Krise in den Vereinigten Staaten, hatte er sich nach vorne gebeugt und viel vom Blatt abgelesen. Jetzt sprach er frei und lehnte sich zurück. Die Körpersprache kontrastierte merkwürdig mit der dramatischen Rhetorik: „Wie ich gesagt habe: „Sie werden Feuer, Wut und Macht erfahren, wie es die Welt noch nicht erlebt hat“, wiederholte Trump noch einmal.

Trumps Worte erinnern an Harry Truman

Keine halbe Minute dauerte die verbale Detonation. Und sofort brach unter den professionellen Beobachtern sofort ein großes Rätselraten aus, was diese radikal undiplomatische Warnung zu bedeuten habe. „Feuer und Wut“ klingt nach einer alttestamentarischen Beschreibung des Weltuntergangs. Trumps Zusatz, dass die Welt so etwas noch nie erlebt habe, lässt sich als Drohung mit einem Nuklearschlag verstehen. Erst einmal, im Jahr 1945, hatte sich ein US-Präsident ähnlich geäußert, als Harry Truman die Kapitulation der Japaner forderte und ansonsten mit „einem Regen der Zerstörung aus der Luft, wie ihn die Erde...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung