Trump nimmt angebliche Auszeichnung nicht an

Vorsorglich teilt US-Präsident Trump mit: Eine mögliche Wahl des „Time“-Magazins zur „Person des Jahres“ werde er nicht annehmen. Es wäre die zweite Ernennung in Folge. Doch ein bekannter US-Journalist dementiert.


US-Präsident Donald Trump hat mit der Aussage für Verwirrung gesorgt, das „Time“-Magazin habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass er „wahrscheinlich“ wie 2016 erneut zur „Person des Jahres“ gekürt werde. Das Wort „wahrscheinlich“ schrieb er in einer Twitter-Mitteilung in Großbuchstaben.

„Time“ widersprach ihm umgehend ebenfalls per Tweet und warf ihm eine unrichtige Darstellung vor. Das US-Magazin äußerte sich nicht dazu, ob es ein Telefonat mit Trump zu dem Thema gegeben hat.


Der US-Präsident hatte am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter geschrieben, er habe abgewunken, denn er hätte sich nach eigenen Angaben zu „einem Interview und einem größeren Fototermin“ bereiterklären müssen. „Ich sagte, wahrscheinlich ist nicht gut, und habe verzichtet. Trotzdem vielen Dank!“

„Time“ erklärte ebenfalls per Twitter, die Aussage des Präsidenten „darüber, wie wir eine Person des Jahres auswählen“, sei inkorrekt. Die Publikation werde sich nicht zu ihrer Wahl äußern, bis diese am 6. Dezember bekanntgegeben werde. Zu konkreten Fragen rund um den Auswahlprozess und zum angeblichen Telefonat mit dem Republikaner nahm „Time“ nicht Stellung.


Richard Stengel, ehemaliger „Time“-Redakteur und heute politischer Analyst des TV-Senders MSNBC, bezweifelt Trumps Wahl: „Ich sag's Ihnen nur ungern, aber WAHRSCHEINLICH heißt, dass Sie NICHT Person des Jahres sind.“ Die Publikation habe nur ein Fotoshooting mit ihm gewollt. Aber Trump habe sicherlich noch eines der „Fake Cover“ auf Lager, die im Juni in einigen seiner Golfklubs ausgelegt wurden. Die Geschichte war mit positiven Schlagzeilen über ihn gespickt, aber nicht echt. Auf Twitter verbreiteten sich in der Nacht zu Samstag schnell unzählige gefälschte Titelbilder im „Time“-Format, die auf Trumps Äußerung Bezug nehmen.


In den Jahren vor seiner ersten Kür zur „Person des Jahres“ 2016 hatte Trump immer wieder Stellung zu den Entscheidungen der Redaktion bezogen. Er fühlte sich offenbar übergegangen.