Trump schlägt "wahrscheinliche" Kür zur "Persönlichkeit des Jahres" ab

"Time"-Ausgabe vom Dezember 2016

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben ein Angebot des Magazins "Time" ausgeschlagen, zur "Persönlichkeit des Jahres" gekürt zu werden - weil ihn eine abschwächende Ergänzung offenbar verärgert hat: "Time Magazine hat angerufen, um zu sagen, dass ich WAHRSCHEINLICH zum 'Mann (Persönlichkeit) des Jahres' ernannt werde, wie letztes Jahr, aber ich müsste einem Interview und einem Foto-Shooting zustimmen", schrieb Trump am Freitag (Ortszeit) auf Twitter. "Ich habe gesagt, dass wahrscheinlich nicht gut ist und habe abgelehnt. Danke trotzdem!"

Das Magazin reagierte ebenfalls auf Twitter: "Der Präsident irrt sich darin, wie wir die Persönlichkeit des Jahres auswählen. Time wird unsere Wahl bis zur Veröffentlichung am 6. Dezember nicht kommentieren."

Der frühere "Time"-Herausgeber Richard Stengel wurde deutlicher: Er verbreitete Trumps Twitter-Mitteilung weiter und fügte hinzu: "Ich sag's Ihnen nur ungern, aber WAHRSCHEINLICH heißt, dass Sie NICHT Persönlichkeit des Jahres sind. Die wollten nur ein Foto-Shooting. Aber ich bin sicher, dass Sie noch irgendwo das gefälschte "Time"-Titelblatt auf Lager haben."

In der Vergangenheit hatte Trump großen Wert darauf gelegt, von dem Magazin zur "Persönlichkeit des Jahres" gewählt zu werden - in den Jahren 2012, 2014 und 2015 hatte er sich jedes Mal via Twitter darüber beschwert, dass "Time" ihn übergangen hatte. Im vergangenen Jahr hatte das Magazin ihm dann endlich den Titel verliehen - ihn allerdings gleichzeitig als "Präsident der Geteilten Staaten von Amerika" bezeichnet.

"Time" verleiht den Titel nach eigenen Angaben jeweils an diejenige Persönlichkeit, die "zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen".

Im Juni hatte die Tatsache Schlagzeilen gemacht, dass in mehreren Golf-Clubs des Milliardärs an prominenter Stelle eine gefälschte "Time"-Titelseite mit Trump als Motiv und positiven Schlagzeilen über ihn hing. "Time" forderte das Abhängen der Fälschungen.