Trump lehnt Vernehmung von US-Vertretern durch Russen ab

US-Präsident Trump will die Vernehmung von US-Vertretern durch russische Justizvertreter nicht erlauben. Trump sei mit dem vom russischen Staatschef Putin gemachten Vorschlag "nicht einverstanden", sagte Trumps Sprecherin Sanders

US-Präsident Donald Trump will die Vernehmung von US-Vertretern durch russische Justizvertreter nicht erlauben. "Dies ist ein Vorschlag, der in aller Aufrichtigkeit von Präsident (Wladimir) Putin gemacht worden ist, doch ist Präsident Trump nicht einverstanden", sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Donnerstag. Die Vorstellung, dass US-Bürger durch russische Justizvertreter vernommen würden, war in Washington auf Empörung gestoßen.

Putin hatte während der Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen mit Trump in Helsinki Anfang der Woche der Vernehmung von zwölf russischen Geheimdienstagenten, gegen die in den USA wegen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 ermittelt wird, unter der Bedingung zugestimmt, dass dies auf "Gegenseitigkeit" erfolge. Moskau will mehrere US-Vertreter vernehmen, die "illegaler Tätigkeiten" in Russland verdächtigt werden.

Trump hatte den Vorschlag auf der gemeinsamen Pressekonferenz als "interessante Idee" und "unglaublichen Vorschlag" bezeichnet. Als am Mittwoch das Weiße Haus erklärte, dass Trump den Vorschlag weiter prüfe, stieß dies über Parteigrenzen hinweg auf scharfe Kritik. Insbesondere der ehemalige US-Botschafter in Moskau, Michael McFaul, den die russische Justiz zusammen mit zehn weiteren US-Vertretern vernehmen will, empörte sich über die Überlegungen. McFaul war von Trumps Vorgänger, dem demokratischen Präsidenten Barack Obama ernannt worden.