Trump kritisiert Senator der US-Demokraten wegen Belästigungsvorwürfen

In der Debatte um Missbrauch und sexuelle Belästigung in den USA hat Präsident Donald Trump den demokratischen Senator Al Franken kritisiert. Im Kurzbotschaftendienst Twitter ging der US-Präsident den Oppositionspolitiker am Donnerstag scharf an

In der Debatte um Missbrauch und sexuelle Belästigung in den USA hat Präsident Donald Trump den demokratischen Senator Al Franken kritisiert. Im Kurzbotschaftendienst Twitter ging der US-Präsident den Oppositionspolitiker am Donnerstag scharf an. Zuvor hatte die Moderatorin Leeann Tweeden ein Bild veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie Franken sie im Schlaf an den Brüsten begrapscht. Franken hatte sich dafür bei ihr entschuldigt, sieht sich aber dennoch einer Untersuchung des US-Senats ausgesetzt.

"Das Al-Frankenstein-Foto ist wirklich schlimm, sagt mehr als tausend Worte. Wo gehen seine Hände auf den Fotos 2, 3, 4, 5 & 6 hin, während sie schläft", schrieb Trump mit Blick auf Franken bei Twitter. In einer zweiten Botschaft ergänzte der US-Präsident, der Senator der Demokraten habe "erst vergangene Woche jeden, der ihm zuhören wollte, über sexuelle Belästigung und Respekt für Frauen belehrt".

Sportmoderatorin und Ex-Model Tweeden hatte ein Bild aus dem Jahr 2006 von einer Tournee vor US-Soldaten in Afghanistan veröffentlicht, das sie schlafend mit Helm und Schutzausrüstung in einem Militärflugzeug zeigt. Franken fasst ihr dabei an die Brüste und blickt in die Kamera. Sie warf dem Politiker und früheren Komiker der Sendung "Saturday Night Live" außerdem vor, sie ohne ihr Einverständnis geküsst zu haben.

Franken hatte sich bei ihr entschuldigt und erklärt, sich an den zweiten Vorfall nicht auf diese Weise zu erinnern. Er sieht sich dennoch einer Untersuchung der Ethik-Kommission des US-Senats ausgesetzt. Ihm drohen eine Geldstrafe, der Entzug seiner Ausschussposten oder gar eine Amtsenthebung.

Bisher hatte das Weiße Haus versucht, den US-Präsidenten aus den Diskussionen um sexuelle Gewalt in den USA, ausgelöst durch die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ehemals einflussreichen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, herauszuhalten. Trump sah sich selbst Vorwürfen wegen sexuellen Fehlverhaltens ausgesetzt.