Trump-Kritiker Sanford verliert parteiinterne Vorwahl für US-Kongresskandidatur

Trump-Kritiker Mark Sanford

Nach einer heftigen persönlichen Attacke von US-Präsident Donald Trump kann der Abgeordnete Mark Sanford bei den Kongresswahlen im November nicht mehr für die Republikaner kandidieren. Sanford verlor in seinem Wahlkreis am Dienstag die parteiinterne Vorwahl gegen eine politisch weit rechts stehende Herausforderin, die von Trump unterstützt wurde. Wie US-Medien nach Auszählung fast aller Stimmen berichteten, bekam Katie Arrington 50,5 Prozent der Stimmen und Sanford nur 46,5 Prozent.

Kurz vor der Abstimmung hatte Trump den früheren Gouverneur von South Carolina im Onlinedienst Twitter scharf angegriffen. Sanford habe ihm "nichts als Ärger" eingebracht, schrieb Trump auf dem Rückweg von seinem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Flugzeug. Auch bei seiner "MAGA-Kampagne", wie Trump unter Verweis auf seinen Wahlkampfslogan "Make America Great Again" hinzufügte, sei Sanford "nicht hilfreich" gewesen.

Mit Blick auf eine Affäre Sanfords fügte Trump hinzu: "Er ist in Argentinien besser aufgehoben." 2009 war Sanford als Gouverneur mehrere Tage lang nicht zu erreichen. Er selbst gab an, er sei allein zum Wandern in die Appalachen gefahren. Später kam heraus, dass er seine Geliebte in Argentinien besucht hatte. Trotz des Skandals hatte er später erfolgreich für einen Sitz im US-Kongress kandidiert.

Der 58-jährige Sanford ist einer der parteiinternen Kritiker des Präsidenten. Trumps Strafzölle auf Stahl und Aluminium soll er als "Experiment mit Dummheit" bezeichnet haben. Bei den Kongresswahlen im November werden das gesamte Repräsentantenhaus und mehr ein Drittel des Senats neu gewählt. Die oppositionellen Demokraten hoffen, zumindest die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern zu können.