Trump hetzt gegen Amazon – Aktie verliert über zwei Prozent


Donald Trump hat Twitter wieder einmal benutzt, um ihm unliebsame Unternehmen zu attackieren. Dieses Mal traf es erneut den Internetriesen Amazon und die Zeitung „Washington Post“, die dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört.

In einer Serie von Tweets deutete Trump am Montag an, wettbewerbsrechtlich gegen Amazon vorgehen zu wollen. Die Aktie von Amazon gab daraufhin 2,4 Prozent nach, konnte die Verluste aber begrenzen und stand zuletzt 0,8 Prozent tiefer bei 1798 Dollar pro Anteilsschein. Auch beschuldigte der US-Präsident die „Washington Post“, ein „teurer Lobbyist“ für Amazon zu sein.

Die Vorwürfe kommen für das Unternehmen zu einem eher ungünstigen Zeitpunkt – am Donnerstag veröffentlicht Amazon die Zahlen für das zurückliegende Quartal.



Bei seinen Vorwürfen bezog sich Trump auf die geschäftlichen Beziehungen zwischen Amazon und United States Postal Services (USPS), dem staatlichen Postdienstleister der USA. So benutzt der Internetriese die Post, um seine Pakete an die Kunden zuzustellen. Die Post deckt dabei einen kleinen Teil der Logistikkette Amazons ab.

Die US-Post bestätigt Trumps Behauptungen nicht

Und obwohl die US-Post das Gegenteil behauptet, sagt Trump immer wieder, sie würde durch den Deal mit Amazon Geld verlieren. Das Unternehmen, so der Vorwurf, würde seine Marktstellung ausnutzten, um die Preise für sich zu drücken.

Bereits im April dieses Jahres hat Trump eine Taskforce ins Leben gerufen, welche die Geschäftspraktiken von USPS untersuchen sollte. Schon damals machte er seinem Ärger Luft – natürlich über Twitter. „Nur Idioten glauben, die Post würde durch Amazon Geld verdienen“, schrieb er. „Sie verlieren ein Vermögen.“


Wie genau er und seine Beamten gegen Amazon vorgehen würden, ließ der US-Präsident offen. So könnte er die US-Handelskommission einschalten. Auch könnten die Vorwürfe Auswirkungen auf staatliche Aufträge an Amazon haben.

Denn obwohl Trump etwas gegen den Konzern hat, gehört die US-Regierung zu den größten Kunden Amazons. So stellt Amazon die Cloud-Infrastruktur für US-Staatsbehörden, etwa die CIA, bereit – ein Auftrag im Umfang von mehr als 600 Millionen Dollar.

Im Übrigen beruht die Abneigung zwischen Trump und Bezos offenbar auf Gegenseitigkeit. Dieser twitterte im Wahlkampf, dass, sollte Trump tatsächlich Präsident werden, er ihn mit einer seiner Raketen ins All schießen würde.