Trump hält Unterzeichnung von Friedensvertrag bei Gipfel in Singapur für möglich

US-Präsident Donald Trump hält die Unterzeichnung eines Friedensabkommens zur formellen Beendigung des Kriegszustands auf der koreanischen Halbinsel bei seinem geplanten Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un für möglich

US-Präsident Donald Trump hat vor seinem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Erwartungen nach oben geschraubt. Er halte die Unterzeichnung eines Friedensabkommens zur formellen Beendigung des Kriegszustands auf der koreanischen Halbinsel "absolut" für möglich, sagte Trump am Donnerstag. "Viel vorbereiten" müsse er sich auf das Treffen aber nicht. Entscheidend für einen Erfolg seien "Haltung" und "Wille".

"Wir könnten absolut eine Vereinbarung unterzeichnen", sagte Trump nach Beratungen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe im Weißen Haus. Die Unterzeichnung eines Friedensabkommens sei aber nur "der Anfang". "Es klingt ein bisschen komisch, aber das ist wahrscheinlich der einfachere Teil", fügte Trump hinzu.

Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) gilt auf der koreanischen Halbinsel lediglich ein Waffenstillstand, offiziell befinden sich Nord- und Südkorea noch immer im Kriegszustand.

Das Gipfeltreffen von Trump und Kim soll am Dienstag in Singapur stattfinden. Es gilt als historisch, weil noch nie ein amtierender US-Präsident mit einem Machthaber des weitgehend isolierten Nordkoreas zusammengetroffen ist. Bei dem Gipfel soll es um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gehen.

Im Mai hatte Trump den Gipfel zunächst unter Verweis auf "offene Feindseligkeit" Nordkoreas abgesagt. Da sich Pjöngjang aber dennoch weiter offen für Gespräche zeigte, änderte Trump kurz danach wieder seinen Kurs.

Bei seinem Treffen mit Abe versuchte Trump am Donnerstag, Zweifel an seiner diplomatischen und außenpolitischen Erfahrung zu zerstreuen. "Ich bin sehr gut vorbereitet", sagte Trump. "Ich glaube nicht, dass ich mich viel vorbereiten muss." Es gehe bei einem solchen Treffen um die richtige "Einstellung" und um den "Willen, Dinge anzupacken".

Trump stellte bei dem Treffen mit Abe sogar eine Einladung an den nordkoreanischen Machthaber in Aussicht. Sollte sein Gipfeltreffen mit Kim gut verlaufen, würde er Nordkoreas Staatschef auch in die USA einladen, sagte Trump. Auf die Frage, ob er Kim nach Washington oder in sein Luxusresort Mar-a-Lago in Florida einladen würde, sagte Trump: "Vielleicht fangen wir mit dem Weißen Haus an, was meinen Sie?"

Trump betonte, er glaube an einen "großen Erfolg" des Gipfeltreffens. "Ich glaube wirklich, dass Kim Jong Un etwas Großartiges für sein Volk und für seine Familie und für sich selbst tun will." Bereits zuvor hatte der US-Präsident sich optimistisch zu dem Gipfeltreffen mit Kim geäußert. Es sei "alles bereit" für die historische Begegnung in Singapur am Dienstag: "Es wird viel mehr sein als eine Gelegenheit für ein Foto."

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus, Kim habe ihm persönlich gesagt, dass er zu einer Denuklearisierung bereit sei. Kim habe gesagt, "dass er versteht, dass das derzeitige Modell nicht funktioniert", erklärte Pompeo. Er war zuletzt zwei Mal nach Pjöngjang gereist.