Trump gratuliert Putin zum Wahlsieg – trotz angeblicher Warnungen seiner Berater

Donald Trump gratulierte Wladimir Putin zu seinem Wahlsieg per Telefon. (Bild: AP Photo)

US-Präsident Donald Trump hat Wladimir Putin telefonisch zu seinem Sieg bei der russischen Präsidentschaftswahl gratuliert. Dabei sollen seine Sicherheitsberater ihm dringend davon abgeraten haben, berichtet eine US-Zeitung.

Am Dienstag griff Donald Trump zum Telefon, um Wladimir Putin seine Glückwünsche zu übermitteln. Das bestätigten sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus in einer Mitteilung. Putin wurde am Wochenende mit 76,7 Prozent der Stimmen erneut zum Präsidenten Russlands gewählt. Es sei ein „sehr gutes Telefonat“ gewesen, ließ Trump anschließend verlauten.

Dabei sah es erst so aus, als würde das Weiße Haus auf Glückwünsche verzichten – die meisten Politiker, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, meldeten sich bereits am Montag bei Putin. Dass Trump am Dienstag doch noch zum Hörer griff, soll laut „Washington Post“ gegen den Rat seiner Sicherheitsberater geschehen sein. Der US-Präsident soll demnach schriftlich gebrieft worden sein, seinem Amtskollegen nicht zu gratulieren, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Insider. Das sei denkbar deutlich ausgedrückt worden: „DO NOT CONGRATULATE“, also „NICHT GRATULIEREN“, soll in dem Schreiben in Großbuchstaben gestanden haben.

Trump ignorierte diesen Rat, den seine Berater ihm aufgrund der aktuell sehr angespannten politischen Stimmung zwischen den USA und Russland gaben. Noch immer wird über eine mögliche Beeinflussung des US-Wahlkampfs durch Russland spekuliert. Erst vor wenigen Tagen verhängte das Weiße Haus Sanktionen gegen russische Staatsangehörige und Organisationen. Zudem machen sowohl die USA als auch Großbritannien den Kreml für den Giftanschlag auf den russischen Spion Sergei Skripal in London verantwortlich.

Angeblich soll Trump ein baldiges Treffen mit Putin angekündigt haben. (Bild: AP Photo)

Beide Themen soll Trump laut „Washington Post“ in dem Telefonat mit Putin ausgespart haben. Stattdessen habe er ein Treffen mit dem russischen Staatsoberhaupt „in nicht ferner Zukunft“ angekündigt. Dass der Anschlag auf Skripal kein Thema des Gespräches war, soll auch US-Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders gegenüber Reportern bestätigt haben. Stattdessen seien eine Reihe anderer Themen angesprochen worden, etwa die Sicherheitslage in Syrien und Nordkorea. Dass ein baldiges Treffen geplant sei, bestätigte sie derweil nicht.

Laut „Washington Post“ sei aber nicht klar, ob Trump die schriftlichen Warnungen seiner Berater, auf Glückwünsche zu verzichten, überhaupt gelesen habe. In einem Telefonat mit seinem nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster sei das Thema nicht erwähnt worden, soll eine weitere Quelle aus dem Weißen Haus erklärt haben.

Kritik an Trumps Vorgehensweise gibt es unterdessen auf Twitter. Dort äußerte sich unter anderem Republikaner und Ex-Präsidentschaftsanwärter John McCain, der auch auf die Vorwürfe einer manipulierten Wahl einging.


„Ein amerikanischer Präsident führt die freie Welt nicht an, indem er Diktatoren zu einer vorgetäuschten Wahl gratuliert. Mit der Tatsache, dass er es im Fall von Wladimir Putin dennoch tat, beleidigt Präsident Trump jeden russischen Bürger, der an einer freien und fairen Wahl gehindert wurde.“

Sprecherin Sanders verteidigt das Vorgehen des US-Präsidenten mit Verweis auf die klare politische Haltung der USA gegenüber Russland. Mit den Sanktionen gegen das Land habe man „klargemacht, was unsere Position ist“, sagte Sanders gegenüber Medienvertretern. Zu den Vorwürfen von Wahlmanipulation sagte die US-Sprecherin: „Wir diktieren keinem anderen Land, wie es agieren soll.“