Militärarzt bescheinigt Trump gute gesundheitliche und geistige Verfassung

Der Leibarzt des Weißen Hauses, Ronny Jackson

Militärarzt Ronny Jackson hat US-Präsident Donald Trump eine gute gesundheitliche und geistige Verfassung bescheinigt. "Alle Daten weisen darauf hin, dass der Präsident gesund ist und das auch für die Dauer seiner Präsidentschaft bleiben wird", sagte Jackson am Dienstag im Weißen Haus in Washington. Zudem gebe es "kein Anzeichen, dass er irgendein kognitives Problem hat", fügte Jackson hinzu.

Trump selbst habe darum gebeten, seine geistige Verfassung zu untersuchen, sagte Jackson. Dabei habe der 71-Jährige "überaus gut" abgeschnitten. Allerdings müsse Trump ein paar Kilo abnehmen, fügte der Arzt hinzu. Demnach bringt der US-Präsident derzeit 108,4 Kilogramm auf die Waage.

Der Militärarzt teilte mit, Trump werde Änderungen an seiner Ernährung vornehmen und Sport treiben, um Gewicht zu verlieren. Ein "realistisches Ziel für dieses Jahr ist der Verlust von fünf bis sieben Kilogramm", sagte Jackson. Der Präsident sei vom Sportprogramm weniger begeistert als von der Diät, fügte er hinzu.

Trump habe "viel Energie und Ausdauer", bescheinigte der Militärarzt. Offenbar habe Trump "außergewöhnliche Gene". Der Präsident schlafe nicht viel, "im Schnitt vier oder fünf Stunden pro Nacht". Der gute Zustand seines Herzens sei wahrscheinlich auf seine lebenslange Enthaltsamkeit von Tabak und Alkohol zurückzuführen.

Trump hatte sich am Freitag dem ersten offiziellen Gesundheitscheck seit seinem Amtsantritt unterzogen. Anschließend teilte das Weiße Haus mit, die Untersuchung im Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington sei "außerordentlich gut" verlaufen. Jackson war auch der Leibarzt von Trumps Amtsvorgänger Barack Obama gewesen.

Das Enthüllungsbuch des Journalisten Michael Wolff hatte zuletzt die Debatte über Trumps Gesundheitszustand angefacht. Darin beschreibt Wolff ausführlich Trumps Vorliebe für Fastfood und zeichnet das Bild eines geistig instabilen Staatschefs. Das Buch enthält zahlreiche Zitate von wichtigen Mitarbeitern im Weißen Haus, die Zweifel an Trumps Eignung für das Präsidentenamt äußern.

"Ich denke, er sah die Untersuchung als Chance, einige (dieser Spekulationen) zu begraben", sagte Militärarzt Jackson am Dienstag. "Und ich glaube er war kein bisschen besorgt, dass er irgendetwas zu verbergen habe", fügte er hinzu. Trumps mentaler Zustand wurde mithilfe des Montreal Cognitive Assessment getestet, bei dem der Präsident laut Jackson 30 von 30 möglichen Punkten erreichte.

Der 2005 entwickelte Test ist nach Angaben der Internetseite mocatest.org ein "schnelles Prüfverfahren für geringfügige kognitive Probleme". Er untersucht unter anderem Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnisleistung, Sprache, Rechnen und exekutiven Fähigkeiten. Das Verfahren dauert etwa 20 Minuten, jede Punktezahl über 26 gilt als "normal".

Beispiele für diese Art von Test sind im Internet abrufbar. Demnach müssen die Kandidaten etwa eine Uhr zeichnen, die die Uhrzeit 11:10 anzeigt. Außerdem müssen sie drei Tiere identifizieren, etwa einen Löwen, ein Nashorn und ein Kamel. Eine Frage zum Thema "Orientierung" verlangt vom Testteilnehmer Wochentag, Datum sowie die Stadt zu nennen, in der er sich gerade befindet.