Trump gegen US-Senator Corker: Offener Schlagabtausch via Twitter

Donald Trump wettert online gegen US-Senator Bob Corker. (Bild: dpa)

140 Zeichen und ein rauer Tonfall – Twitter ist Trumps liebstes Handwerkszeug. Das jüngste Ziel seiner Twitter-Tiraden war der republikanische US-Senator Bob Corker. Doch der ließ die Kurznachrichten des Staatsoberhauptes nicht auf sich sitzen und schoss zurück.

Es ist eine Twitter-Fehde vom Feinsten. Am Sonntag behauptete der amerikanische Präsident im Netz, Bob Corker habe ihn “angebettelt”, seine Wiederwahl in Tennessee zu unterstützen. Trump habe dies jedoch abgelehnt, woraufhin Corker gar nicht erst angetreten sei.

Bei diesem einen Tweet blieb es nicht. Trump warf dem Senator vor, für das “schreckliche” Atomabkommen mit dem Iran verantwortlich zu sein. Er bezog sich damit auf die Multi-Staaten-Vereinbarung, die Teheran zur Aufhebung internationaler Sanktionen zur Begrenzung seines Atomprogramms verpflichtet. Tatsächlich wurde dies bereits von der Regierung unter Vorgänger Barack Obama ausgehandelt. Corker hatte damals gefordert, dass der Vertrag dem Kongress zur Abstimmung vorgelegt wird.

Bob Corker wollte das nicht auf sich sitzen lassen und feuerte seinerseits via Twitter zurück: “Es ist eine Schande, dass das Weiße Haus zu einer Kindertagesstätte für Erwachsene geworden ist. Heute Morgen hat offensichtlich jemand seine Schicht verpasst.”

Auslöser für diesen Schlagabtausch sind Äußerungen Corkers, die Trump missfallen. Bereits im August hatte der Senator erklärt, Trump habe noch nicht das nötige Maß an Kompetenz für das höchste Staatsamt gezeigt. In der vergangenen Woche sagte er außerdem, es seien allein Außenminister Rex Tillerson, Verteidigungsminister James Mattis und Stabschef John Kelly, die das “Land vor dem Chaos bewahren.”

Bob Corker kritisiert den US-Präsidenten offen. (Bild: dpa)

Kurze Zeit nach Trumps Twitter-Tirade legte Bob Corker in einem Interview mit der “New York Times” noch einmal nach. Es bestehe die Gefahr, dass der Präsident mit seinen konstanten Drohungen gegen Nordkorea einen Dritten Weltkrieg auslösen könnte. Mit seinen Tweets habe Trump schon “in mehreren Fällen” den diplomatischen Bemühungen der USA geschadet. Zudem wies er Trumps Behauptung zurück, er habe ihn um Unterstützung für eine Wiederwahl gebeten. “Ich weiß nicht, warum der Präsident Dinge twittert, die nicht stimmen. Man weiß, dass er das tut; jeder weiß, dass er das tut”, so Corker. Das letzte Wort in dieser Fehde dürfte damit noch nicht gesprochen sein.

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