Trump erwägt Reiseverbot nach Nordkorea

Nach dem Tod des Studenten Otto Warmbier denkt die US-Regierung über ein Reiseverbot nach Nordkorea nach. Präsident Donald Trump macht das nordkoreanische Regime für den Tod verantwortlich.


Die US-Regierung erwägt nach dem Versterben des aus der nordkoreanischen Haft entlassenen US-Studenten Otto Warmbier ein Reiseverbot nach Nordkorea. Außenminister Rex Tillerson, der die Obrigkeit hat, ein solches Verbot zu unterzeichnen, denke bereits seit April über diesen Schritt nach, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Ministeriums. Eine Umsetzung des Reiseverbot stehe zwar nicht direkt bevor, die Diskussion darüber habe seit dem Tod Warmbiers jedoch an Brisanz gewonnen.


Trump machte "das brutale Regime" in Nordkorea für die schweren Hirnschäden verantwortlich, an denen Warmbier starb. Die Familie des Studenten kündigte nun an, auf eine Autopsie zu verzichten, die Hinweise auf die Ursache der Hirnschäden liefern könnte. Ein Grund dafür nannte sie nicht. Der 22-Jährige war knapp eine Woche nach seiner Freilassung aus einer 17-monatigen Haft in Nordkorea am Montag in einem Krankenhaus gestorben. Die Familie erhob schwere Vorwürfe gegen das kommunistische Land und sprach von einer "qualvollen Misshandlung." Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr lag Warmbier im Koma. Die Regierung in Pjöngjang erklärte, dieses sei aufgetreten, nachdem er an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt sei und eine Schlaftablette erhalten habe. Die Ärzte in den USA fanden allerdings keine Hinweise auf eine solche Erkrankung.

Warmbier war im Januar 2016 bei einem Besuch in dem abgeschotteten Land festgenommen worden und später war zu 15 Jahren Schwerstarbeit verurteilt worden, weil er versucht haben soll, ein Propaganda-Banner zu stehlen.


Weitere Verschärfungen in der Beziehung zwischen den USA und Nordkorea gibt es im Atom-Konflikt. US-Präsident Donald Trump hat Chinas Versuche als fehlgeschlagen bezeichnet, Nordkorea zu einem Einlenken im Atom-Konflikt zu bewegen. Er begrüße zwar die Bemühungen Chinas für eine diplomatische Lösung, es habe aber nicht funktioniert, erklärte Trump am Dienstag über Twitter. Es war zunächst unklar, ob Trumps Äußerungen einen Kurswechsel bedeuten. Er verschärfte aber damit den Ton nach dem Tod eines erst kürzlich von Nordkorea freigelassenen US-Studenten weiter.

Zudem erhöhte er den Druck auf China, Nordkorea doch noch zur Aufgabe seines Atom- und Raketenprogramm zu veranlassen. Die USA dürften nun China zur Kooperation für eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea drängen.