Trump ersetzt Veteranenminister Shulkin durch seinen Leibarzt Jackson

Ronny L. Jackson wird neuer Veteranenminister

US-Präsident Donald Trump hat sein Kabinett abermals aufgemischt: Trump entließ am Mittwoch (Ortszeit) Veteranenminister David Shulkin und nominierte seinen Leibarzt Ronny L. Jackson für den Kabinettsposten. Jackson hatte sich im Januar mit öffentlichem Lob für Trumps körperliche und geistige Verfassung hervorgetan. Veteranenverbände reagierten zurückhaltend auf die Nominierung des Arztes und äußerten Zweifel an seiner Qualifikation.

Trump würdigte Jackson im Kurzmitteilungsdienst Twitter als "hoch respektierten Admiral". Der Präsident dankte Shulkin für seine Dienste für das Land und "unsere großartigen Veteranen".

Shulkin war wegen einer teuren Reise und Missständen im riesigen Veteranenministerium in die Kritik geraten. Bis zu Jacksons Bestätigung durch den US-Kongress soll der Pentagon-Vertreter Robert Wilkie den Ministerposten übergangsweise übernehmen.

Die Veteranenorganisation Votevets forderte die US-Senatoren dazu auf, Jackson während seiner Anhörung "unverblümte, direkte Fragen" über die Arbeit des Veteranenministeriums zu stellen. "Wir sind besorgt, ob er bereit ist, die Kontrolle zu übernehmen", schrieb Votevets auf Twitter.

Auch Joe Chenelly von der Organisation Amvets wies auf Jacksons mangelnde Führungserfahrung hin - insbesondere für eine Behörde mit 360.000 Beschäftigten und einem Jahresbudget von 200 Milliarden Dollar (162 Milliarden Euro). "Ist der Kandidat des Präsidenten ausreichend darauf vorbereitet, einen so gewaltigen Beamtenapparat zu leiten?", fragte Chenelly in einer Mitteilung.

Jackson hatte sich bei Trump beliebt gemacht, als er dem 71-jährigen US-Präsidenten im Januar dieses Jahres öffentlich eine gute gesundheitliche und geistige Verfassung bescheinigt hatte. Der Militärarzt hatte 2005 im Irak gedient. Ein Jahr später wurde er zum Arzt des Weißen Hauses ernannt. Vor Trump untersuchte er bereits dessen Amtsvorgänger George W. Bush und Barack Obama.

Das Veteranenministerium ist die größte US-Bundesbehörde nach dem Verteidigungsministerium. Trump hatte versprochen, die Arbeit des Ministeriums zu verbessern, das nach 15 Jahren ununterbrochener Kriegseinsätze der US-Armee mit der Betreuung von Millionen Veteranen, einer wichtigen Wählergruppe für Trump, überfordert ist.

Wegen Geldmangels wurde das Netz der Armeekrankenhäuser ausgedünnt, so dass zahlreiche Kriegsversehrte für ihre Behandlung stundenlange Fahrten auf sich nehmen müssen. Außerdem wird immer wieder die psychologische Betreuung von Veteranen kritisiert, von denen hunderttausende insbesondere nach Einsätzen in Afghanistan und im Irak unter psychischen Problemen wie posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.

Mit Shulkins Ablösung war seit Wochen gerechnet worden, weil es immer wieder Enthüllungen über Missstände im Veteranenministerium gab. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, dass er 122.000 Dollar (98.000 Euro) für eine neuntägige Europa-Reise mit seiner Frau ausgegeben habe.

Shulkin, der keine Armeeausbildung vorweisen kann, war einer der wenigen Regierungsvertreter, die bereits unter Trumps Vorgänger Barack Obama gedient hatten. Unter Obama war Shulkin Unterstaatssekretär für die Gesundheitsversorgung von Veteranen gewesen. Der republikanische Vorsitzende des Veteranenausschusses im Repräsentantenhaus, Phil Roe, lobte Shulkin für seine "fantastische" Arbeit und sagte: "Es tut mir leid, ihn gehen zu sehen."

Seit Trump im Januar 2017 das Präsidentenamt antrat, hat es in seiner Regierungsmannschaft schon viele personelle Wechsel gegeben. Vor einer Woche ersetzte er seinen Nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster durch den außenpolitischen Hardliner John Bolton. Bereits am 13. März hatte der US-Präsident seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen, ihm soll der bisherige CIA-Chef Mike Pompeo nachfolgen.