Trump erfreut über Vergabe der Fußball-WM an die USA, Kanada und Mexiko

Fifa-Präsident Gianni Infantino (rechts) mit Fußballverbandsfunktionären aus den USA, Kanada und Mexiko bei der Vergabe der Fußball-WM 2026 an die drei Länder

US-Präsident Donald Trump hat erfreut auf die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 an die USA, Kanada und Mexiko reagiert. "Glückwünsche", schrieb Trump am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Entscheidung sei das Ergebnis "eine Menge harter Arbeit".

Der US-Präsident hatte sich mit ungewöhnlich robusten Methoden dafür einsetzt, dass die USA und ihre beiden Nachbarländer den Zuschlag erhielten. Staaten, welche den Konkurrenten Marokko unterstützen, drohte er im Vorfeld mit Konsequenzen.

"Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützen, Lobbyarbeit gegen die US-Bewerbung machen", twitterte Trump im April. "Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (eingeschlossen bei den Vereinten Nationen?" fragte er.

Die Fußball-WM bekamen die USA, Kanada und Mexiko allerdings paradoxerweise zu einem Zeitpunkt zugesprochen, da ihre gegenseitigen Beziehungen starken Spannungen ausgesetzt sind. Die drei Länder verhandeln seit August ohne konkrete Ergebnisse über eine Neufassung ihres Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) von 1994. Trump sieht sein Land durch das Abkommen eklatant benachteiligt und droht mit dessen Aufkündigung.

Zudem hatte sich der US-Präsident in den vergangenen Tagen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau persönlich angelegt. Kurz nach dem G7-Gipfel in der kanadischen Provinz Québec entzog Trump dem dort vereinbarten Kommuniqué die Unterstützung, weil er über Äußerungen Trudeaus in einer Pressekonferenz erzürnt war.

Der kanadische Regierungschef hatte erneut die von Trump verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium kritisiert und Gegenzölle auf US-Produkte ab Juli angekündigt. Trump beschimpfte Trudeau als "sehr unehrlich und schwach".

Mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto wiederum liegt Trump neben dem Handel vor allem über die Einwanderungspolitik im Clinch. Peña Nieto hat sich Trumps Forderung verweigert, dass Mexiko die Kosten der vom US-Präsidenten geplanten Grenzmauer zum südlichen Nachbarland übernehmen soll.

Als Reaktion auf die Entscheidung des Weltfußballverbandes Fifa, die WM an die drei Nachbarstaaten zu vergeben, beschwor der mexikanische Staatschef jedoch die verbindende Kraft des Fußballs. "Nicht nur unsere Menschen und unsere Familien, nicht nur unsere Unternehmen und Kaufleute, auch der Fußball weiß, dass Kanada, die Vereinigten Staaten und Mexiko tief vereint sind", sagte Peña Nieto in einem Video auf Twitter.

Im Trio der drei WM-Ausrichter 2026 spielen die USA die dominante Rolle. 60 der 80 Spiele sollen in US-Stadien stattfinden, darunter sämtliche Partien der K.o.-Runde. Mögliche Finalorte sind Dallas, Los Angeles und New York. Für das Eröffnungsspiel ist Mexiko-Stadt vorgesehen.