Trump droht mit der kompletten Zerstörung Nordkoreas

Bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump damit gedroht, Nordkorea komplett zu zerstören. Dem Iran warf Trump an den Kopf, ein herabgewirtschafteter Schurkenstaat zu sein.


US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea mit deutlichen Worten zur Räson gerufen. „Die Denuklearisierung ist der einzige gangbare Weg“, sagte Trump am Dienstag bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen. Nordkorea sei ein Land, das die Welt mit Atomwaffen bedrohe. „Die USA sind ein Land von großer Stärke und Geduld“, sagte Trump. Wenn die USA aber gezwungen würden, müssten sie Nordkorea zerstören. „Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg“, sagte der US-Präsident in Bezug auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong-Un.

Die Welt befindet sich nach Ansicht Trumps an einem Scheideweg. „Wir treffen uns hier in einer Zeit immenser Versprechungen, aber auch riesiger Gefahren.“ Trump nannte als Risiken den internationalen Terror, kriminelle Netzwerke und autoritäre Regime, die über Massenvernichtungswaffen verfügten. „Wir können die Welt zu neuen Höhen führen, oder sie in ein Tal fallen lassen, in dem sie nicht repariert werden kann.“

Trump hat auch seine Absicht wiederholt, die Außenpolitik an amerikanischen Interessen ausrichten zu wollen. „Als Präsident der Vereinigten Staaten werde ich Amerika immer an die erste Stelle stellen“, sagte Trump am Dienstag bei der UN-Generaldebatte in New York. Genauso sollten es auch andere Staats- und Regierungschefs tun, fügte er hinzu. „Alle verantwortlichen Staatenlenker stehen in der Pflicht, ihren eigenen Bürgern zu dienen.“




Trump betonte in seiner Rede mehrmals das Prinzip der staatlichen Souveränität. Starke und unabhängige Nationalstaaten würden die 193 Länder zählende Weltorganisation zum Erfolg führen, sagte Trump. Das Erreichen der UN-Ziele hänge an Staaten, die ihre Souveränität und ihren Friedenswillen lebten. Zur Rolle der USA sagte Trump: „Wir wollen unsere Art zu leben nicht jedem überstülpen.“ Man wolle aber ein leuchtendes Beispiel für jedermann sein. Frieden, Sicherheit und Souveränität seien für die Staaten der Erde die wichtigsten Ziele.

Dem Iran warf Trump an den Kopf, ein herabgewirtschafteter Schurkenstaat zu sein. Hauptexportgut des Landes sei die Gewalt, sagte Trump. Dem mörderischen Regime in Teheran dürfe nicht erlaubt werden, seine destabilisierenden Aktivitäten fortzusetzen. Das internationale Atomabkommen sei eine „Peinlichkeit“ für die USA. Beobachter werteten das als Widerspruch: Einerseits fordere Trump ein gemeinsames Vorgehen der Weltgemeinschaft, kritisiere andererseits aber das Ergebnis des letzten gemeinsamen Vorgehens, sagte CNN-Kommentator Brian Fallon.



Wenige Minuten vor Trumps Rede hatte UN-Generalsekretär António Guterres explizit vor solchen Drohgebärden gewarnt. Die atomare Bedrohung sei so hoch wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr und die größte Gefahr unserer Zeit, sagte Guterres zum Auftakt der Generaldebatte in seiner ersten Rede zur Lage der Welt.

„Feurige“ Drohungen könnten dabei zu fatalen Missverständnissen führen, sagte Guterres offenbar in Richtung von Kim und Trump. Der US-Präsident hatte Kim vor längerem vor „Feuer und Zorn“ der USA gewarnt, sollte Nordkorea nicht nachgeben. „Wir dürfen nicht im Schlafwandel in den Krieg hineinlaufen“, sagte Guterres. Eine Lösung des Konflikts mit Nordkorea müsse politischer Natur sein. Es sei Zeit für staatsmännische Führung.



Ähnlich äußerte sich im direkten Anschluss Vollversammlungspräsident Miroslav Lajcak. Er forderte von der Weltgemeinschaft einen stärkeren Fokus auf das Verhindern von Konflikten. In einer Welt voller Streit, Armut, Terrorismus und Erderwärmung seien viele Leute enttäuscht von den Vereinten Nationen, sagte Lajcak. Andere glaubten jedoch an das Potenzial der UN, Hilfe bereitstellen zu können, fügte er hinzu.

Der Nordkorea-Konflikt ist neben Terrorismus, Klimawandel und der Lage der verfolgten Rohingya in Myanmar in diesem Jahr eines der großen Themen der Generaldebatte. Im Laufe des Dienstags waren mehrere weitere Reden internationaler Toppolitiker angesetzt. Unter anderen sollte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron erstmals vor der Vollversammlung sprechen.