Trump besucht Überlebende des Blutbads von Las Vegas

Drei Tage nach dem Massaker in Las Vegas hat US-Präsident Donald Trump bei einem Besuch der der Glücksspielmetropole den Einsatz der Polizei, Ärzte und anderen Helfer gewürdigt

Drei Tage nach dem Massaker in Las Vegas hat US-Präsident Donald Trump bei einem Besuch der Glücksspielmetropole den Einsatz der Polizei, Ärzte und anderen Helfer gewürdigt und seine Solidarität mit den Überlebenden bekundet. Die Vereinigten Staaten seien "eine Nation in Trauer", sagte Trump am Mittwoch. Das Motiv der von einem mutmaßlichen Einzeltäter verübten Bluttat lag weiterhin völlig im Dunkeln.

Einblicke in die möglichen Motive des 64-jährigen Rentners Stephen Paddock, der am Sonntagabend von seinem Hotelzimmer aus 58 Besucher eines Country-Festivals erschossen und mehr als 500 weitere verletzt hatte, erhofften sich die Ermittler von dessen Lebensgefährtin. Die 62-jährige Marilou Danley war am Dienstagabend von einer Auslandsreise zurückgekehrt und wurde von Beamten der US-Bundespolizei FBI am Flughafen in Empfang genommen.

Trump und seine Ehefrau Melania besuchten Überlebende des Blutbads in einem Krankenhaus und ein Kommandozentrum der Polizei. In den kommenden Monaten "werden wir alle mit dem Horror zu kämpfen haben", sagte der Präsident. "Aber wir werden uns zusammen durch ihn durchkämpfen."

Zum Stand der Ermittlungen äußerte sich Trump nicht näher. Den Heckenschützen bezeichnete er lediglich erneut als "sehr kranken" und "sehr verrückten" Mann.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte behauptet, Paddock sei einer ihrer Krieger gewesen. Nach Angaben der Polizei gab es dafür jedoch keinerlei Belege. Trump sagte bereits vor seine Reise nach Las Vegas, er habe "keine Ahnung", ob Paddock etwas mit dem IS zu tun gehabt habe.

Dessen Lebensgefährtin hielt sich zum Zeitpunkt der Bluttat in den Philippinen auf, woher die 62-Jährige mit australischer Staatsbürgerschaft ursprünglich stammt. Sie wurde von der Polizei lediglich als "Person von Interesse" bezeichnet. Danley steht also zumindest vorerst nicht im Verdacht, in die Planungen ihres Partners für den Anschlag eingeweiht oder gar daran beteiligt gewesen zu sein.

Die Ermittler gehen aber Informationen nach, wonach Paddock eine Woche vor seiner Tat rund 100.000 Dollar (rund 85.000 Euro) in die Philippinen überwiesen hatte, die womöglich für seine Partnerin bestimmt waren.

Die Australierin war laut Medienberichten vor Jahrzehnten in die USA ausgewandert. Paddock lernte sie demnach vor einigen Jahren in einem Casino in Reno im Bundesstaat Nevada kennen, wo sie als Hostess arbeitete. Der spätere Massenmörder war ein leidenschaftlicher Spieler und besuchte häufig Casinos.

Sheriff Joseph Lombardo sagte, angesichts der umfangreichen Vorbereitungen des Täters, der an verschiedenen Orten insgesamt 47 Schusswaffen gehortet hatte, sei klar, dass dieser den Angriff gründlich geplant hatte.

Laut Lombardo hatte der 64-Jährige Kameras an seiner Hoteltür sowie auf dem Flur davor installiert, so dass er sehen konnte, wer sich dem Raum näherte. Am Sonntagabend schoss er durch die Tür seines Hotelzimmers und traf einen Hotel-Sicherheitsmann ins Bein. Als Elitepolizisten kurze Zeit später das Zimmer stürmten, lag Paddock tot auf dem Fußboden, offenbar hatte er sich selbst erschossen.

Mehrere Medien veröffentlichten Fotos aus dem Inneren von Paddocks Zimmer. Darauf zu sehen waren auf Ständer montierte Sturmgewehre mit Zielfernrohr, Magazine mit Munition und ein Tisch, auf dem offenbar eine handgeschriebene Notiz liegt.

Lombardo äußerte sich nicht zu den Bildern. Er bestätigte jedoch, dass Paddock mindestens ein Gewehr mit einem sogenannten Bump Stock in ein vollautomatisches Maschinengewehr umgebaut hatte - so konnte er hunderte Schüsse pro Minute abfeuern. Insgesamt dauerte das Massaker laut Polizei zwischen neun und elf Minuten.