Trump nach "Drecksloch"-Äußerung als Rassist gebrandmarkt

Trump bei den Beratungen über das Einwanderungsgesetz

"Rassistisch", "abstoßend" und "verletzend" - die Äußerung von US-Präsident Donald Trump über Einwanderer aus "Drecksloch-Ländern" hat weltweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Regierungen von Ghana und Namibia protestierten am Wochenende ausdrücklich gegen die Wortwahl des US-Präsidenten, nachdem zuvor bereits 54 afrikanische Länder eine Entschuldigung von Trump verlangt hatten. Auch in den USA häuften sich die Rassismus-Vorwürfe gegen Trump.

Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo sagte, die berichtete Ausdrucksweise sei "extrem bedauerlich". Er fügte hinzu: "Wir sind sicherlich kein 'Drecksloch-Land'." Die Ghanaer akzeptierten solche Beleidigungen nicht, auch nicht vom Anführer eines befreundeten Landes, "egal wie mächtig".

Akufo-Addos unterlegener Gegenkandidat bei den Wahlen 2016, John Dramani Mahama, ging noch weiter. Trump zeige, dass er ein Rassist sei, der "die Strategie 'Macht Amerika wieder weiß' verfolgt", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Namibias Außenministerium teilte mit, Trumps Wortwahl sei "das Gegenteil von Höflichkeit und menschlichem Fortschritt" und ignoriere die Verdienste von Afrikanern. "Die USA, die wir kennen, wurde auf dem Blut und Schweiß afrikanischer Sklaven und Einwanderer aufgebaut", hieß es in der Mitteilung.

Trump soll Medienberichten zufolge Herkunftsländer von Einwanderern als "Drecksloch-Länder" bezeichnet haben. Die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" berichteten, der Präsident habe bei einem Treffen mit Parlamentariern zur Einwanderungsreform im Weißen Haus gefragt: "Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern (auf Englisch: "shithole countries") hierher?"

Nach Angaben beider Blätter, die sich auf Sitzungsteilnehmer beriefen, bezog sich Trump auf afrikanische Staaten sowie auf Haiti, laut "Washington Post" zudem auf El Salvador. Demnach sagte Trump auch: "Warum brauchen wir mehr Haitianer? Schmeißt sie raus."

Die 15 Länder der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) zeigten sich in einer Stellungnahme "zutiefst verstört von den Berichten über die Verwendung herabsetzender und abstoßender Sprache des US-Präsidenten hinsichtlich unseres Mitgliedsstaates Haiti". Sie verurteilten Trumps Wortwahl.

Zuvor hatte bereits die Afrikanische Union Trumps Wortwahl als "offensichtlich rassistisch" und "verletzend" bezeichnet. Die Botschafter von 54 afrikanischen Ländern bei der UNO erklärten, sie seien "äußerst erschüttert über die empörenden, rassistischen und fremdenfeindlichen Bemerkungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten".

Trump wies die Zeitungsberichte zurück - allerdings nicht komplett. Er habe eine "harte Sprache" benutzt, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Aber das war nicht die benutzte Sprache." Konkret dementierte der Präsident lediglich die abfälligen Äußerungen über Haiti und die Haitianer. Zur Formulierung "Drecksloch-Länder" äußerte er sich nicht.

Der bei der Sitzung anwesende Senator Dick Durbin von den oppositionellen Demokraten hatte bestätigt, dass Trump "exakt dieses Wort" verwendet habe - und zwar "nicht nur einmal, sondern wiederholt". Die "New York Times" und der "New Yorker" nannten Trump einen Rassisten. Sein Verhalten zeige, dass der ehemalige Immobilienunternehmer eine "intolerante Weltsicht" habe.

Unterstützung bekam Trump von einer rechtsextremistischen Zeitschrift. Der "Daily Stormer" kommentierte, die Berichte seien "ermunternd und erfrischend". Offenbar sei der Präsident hinsichtlich "Rasse und Einwanderung mehr oder weniger auf unserer Seite".

Unterdessen wurden das Wort "shithole" und andere mit dem Vorfall verwandte Botschaften an ein Trump-Hotel in Washington projiziert. Mehrere Videos der Projektionen wurden am Sonntag von Video-Journalist Robin Bell auf Twitter veröffentlicht.