Trump bewilligt Strafzölle gegen China im Wert von 50 Milliarden Dollar


US-Präsident Donald Trump hat milliardenschwere Strafzölle gegen China erlassen. Dabei gehe es um ein Volumen von 50 Milliarden Dollar, berichteten unter anderem Bloomberg und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Regierungskreise.

Am Freitag (US-Ortszeit) will Trump eine überarbeitete Liste der betroffenen Waren vorlegen. Erwartet wird, dass die Zölle kurz darauf in Kraft treten. Unter anderem finden sich dort Güter aus dem Technologiesektor. Die USA werfen China vor, wiederholt Praktiken angewandt zu haben, um geistiges Eigentum der USA auf unfaire Art und Weise zu erhalten.

Trump hatte sich vor der Entscheidung mit seinen Handelsberatern besprochen. Finanzminister Steven Mnuchin soll dabei gegen die Strafzölle argumentiert haben.


Wie Reuters unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtete, sehe Trump Chinas Einfluss auf Nordkorea nicht mehr als einen zwingenden Grund an, von Zöllen auf chinesische Einfuhren abzusehen. Die USA hätten nach der Zusammenkunft mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine direkte Kommunikationslinie nach Pjöngjang. Diese sei von China unabhängig. Vor wenigen Tagen hatten sich Kim und Trump in Singapur erstmals getroffen.

China setzte zuletzt nach Angaben des Außenministeriums weiter auf Gespräche, um eine Lösung im Handelsstreit mit den USA zu finden. Ein Ministeriumssprecher bekräftigte am Donnerstag allerdings zugleich, dass die bisherigen Handelsvereinbarungen zwischen beiden Ländern hinfällig wären, sollten die USA Zölle gegen die Volksrepublik erheben.

Im Mai war Chinas Handelsüberschuss mit den USA auf 24,6 Milliarden US-Dollar (20,8 Milliarden Euro) gestiegen. Er fiel damit 2,4 Milliarden Dollar größer aus als im Vormonat und stieg auch im Vergleich zum Mai des Vorjahres an.

Seit Jahresbeginn ist das Ungleichgewicht im Handel weiter gewachsen: Das US-Handelsdefizit mit China stieg zwischen Januar und Mai auf 105 Milliarden Dollar, rund 11,6 Milliarden Dollar mehr als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

Auch gegen die EU hat Trump Strafzölle verhängt. Deren Mitgliedstaaten haben am Donnerstag reagiert und sich auf Vergeltungszölle in Höhe von 2,8 Milliarden Euro gegen die USA verständigt, wie drei mit der Sache vertraute Personen in Brüssel mitteilten. Die Strafabgaben werden demnach auf Waren wie Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder fällig.