US-Behörden ignorierten zahlreiche Warnzeichen vor Schulmassaker in Florida

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FBI-Chef Christopher Wray in der Kritik

FBI-Chef Christopher Wray sicherte am Freitag eine gründliche Untersuchung der Panne zu

Nach dem Schulmassaker mit 17 Toten in Florida mehren sich die Anzeichen für ein Versagen der Polizeibehörden. Neben dem FBI soll der spätere Todesschütze auch der lokalen Polizei wegen seiner "Gewaltausbrüche" bekannt gewesen sein, wie der Sender CNN berichtete. US-Präsident Donald Trump besuchte am Freitag Überlebende in einem Krankenhaus in Pompano Beach und dankte den Helfern für ihre "unglaubliche" Arbeit.

Der Polizei im Verwaltungsbezirk Broward County, in dem der Angriff verübt wurde, war der 19-jährige Todesschütze Nikolas Cruz nach Berichten des Nachrichtensenders CNN seit Jahren bekannt. Seine Mutter habe wiederholt die Polizei gerufen und gebeten, ihr im Umgang mit den "Gewaltausbrüchen, Drohungen und dem selbstzerstörerischen Verhalten" ihres Sohnes zu helfen.

Die US-Bundespolizei FBI hatte am Freitag ihrerseits Versäumnisse eingeräumt. Demnach sei einem Warnhinweis auf den späteren Täter Cruz nicht nachgegangen worden. Ein Anrufer aus dessen engerem Umfeld warnte das FBI am 5. Januar, dass der 19-Jährige möglicherweise einen Angriff an einer Schule plane. Er informierte das FBI zudem über den Waffenbesitz, die Tötungsabsichten und die verstörenden Einträge in sozialen Netzwerken durch Cruz.

Zuvor hatte das FBI bestätigt, im September auf einen auf der Internetplattform Youtube veröffentlichten Beitrag hingewiesen worden zu sein, in dem ein Nutzer namens Nikolas Cruz ankündigte: "Ich werde ein professioneller Schulschütze." Das FBI erklärte, es habe den Eintrag geprüft, die fragliche Person aber nicht identifizieren können. FBI-Chef Christopher Wray sicherte am Freitag eine gründliche Untersuchung der Panne zu. Er sehe sich verpflichtet, der Sache "auf den Grund" zu gehen.

Floridas Gouverneur Rick Scott forderte Wray zum Rücktritt auf. "Siebzehn unschuldige Menschen sind tot", sagte er. "Einen Fehler zuzugeben wird nicht reichen." Justizminister Jeff Sessions ordnete seinerseits eine Untersuchung an, um eine "effektive Reaktion zu Hinweisen auf potenzielle Gewalt" zu gewährleisten.

Floridas Senator Marco Rubio sagte bei einem Treffen mit Trump im Büro des Bezirks-Sheriffs, die Menschen verlangten Schutzmaßnahmen, damit "dies nicht noch einmal passiert". "Darauf können Sie zählen", antwortete der US-Präsident.

Zuvor hatten Trump und seine Frau Melania Überlebende in der Klinik Broward Health North in Pompano Beach besucht, wo einige Opfer des Schulmassakers behandelt werden. Der Präsident dankte den Ärzten, Notrettern und Pflegern für ihre "unglaubliche" Arbeit.

In den sozialen Medien verbreitete Trump Fotos mit Überlebenden und Krankenhausangestellten. Er wolle dazu beitragen, Schulen sicher zu machen und "das schwierige Thema mentale Gesundheit" angehen, schrieb der Präsident auf Instagram.

In Parkland wächst derweil die Wut bei Eltern und Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School über den Widerwillen, das Waffenrecht zu verschärfen. "Es ist unlogisch, dass ein Minderjähriger nicht trinken darf, aber ein Gewehr kaufen kann", sagte Mavy Rubiano, deren Kind das Massaker überlebte.